Einkaufsmanager-Index auf Tiefststand, aber Talfahrt gebremst
Unternehmen aller Größen und Branchen drosselten ihre Produktion im Januar auf Rekordniveau (Teilindex 27.8). Die Industriebetriebe beklagten erneut einen Rückgang ihrer Exportorders; das Auftragsminus schwächte sich im Vergleich zum Vormonat marginal ab. Fehlende Aufträge aus den USA und Westeuropa führten zu Liquiditätsengpässen der Unternehmen. Insbesondere die Automotive-Branche war von der Auftragsflaute betroffen.
Die Unternehmen bauten aufgrund niedriger Produktionsanforderungen verstärkt Arbeitsplätze ab. Nach Angaben der Umfrageteilnehmer entließen die Personalverantwortlichen primär Zeitarbeitskräfte.
Unternehmen aller Industriesektoren reduzierten ihre Einkaufsmengen. Aufgrund der geringen Nachfrage nach Vormaterialien und der globalen Verbilligung von Rohstoffen erzielten einige Unternehmen Preisnachlässe in ihren Verhandlungen mit Lieferanten.
Die Einkaufspreise für Vormaterialien (Stahl, Basismetalle), Mineralöl und Energie sanken weltweit rasant. Umgekehrt reduzierten die Industriebetriebe ihre Verkaufspreise so stark wie noch nie seit Beginn der Erhebung im September 2002.
Überkapazitäten der Lieferanten führten erneut zu einem Rückgang der durchschnittlichen Lieferzeiten.
Der “Markit/BME Einkaufsmanager-Index” (EMI) ist ein monatlicher Frühindikator zur Vorhersage der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Der Index erscheint seit 1996 unter der Schirmherrschaft des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V., Frankfurt.
Er wird von der britischen Forschungsgruppe Markit Economics, Henley-on-Thames, erstellt. Der Index beruht auf der Befragung von 500 Einkaufsleitern/Geschäfts- führern der verarbeitenden Industrie in Deutschland (nach Branche, Größe, Region repräsentativ für die deutsche Wirtschaft ausgewählt). Der EMI orientiert sich am Vorbild des US-Purchasing Manager´s Index (PMI).




