Agrar- Forstwissenschaften

Parfum-Komponente als Pflanzenschutz

Cis-Jasmon lockt Feinde der Saaten-vernichtenden Insekten an

Forscher des Rothamsted Crops Research in Großbritannien haben eine Komponente in teuren Parfums entdeckt, die Saatgut vor Insektenbefall schützt. Es handelt sich dabei um cis-Jasmon, einen wesentlichen Bestandteil des Duftstoffs der Jasminblüten. Die Wissenschaftler sehen in der Substanz eine Alternative zu herkömmlichen Pestiziden, auf die Insekten zunehmend resistent werden, berichtet der britische Guardian.

Die Komponente cis-Jasmon, wie sie von französischen Parfums bis hin zu Jasmintee vorkommt, wirkte störend auf die Fruchtbarkeit der Insekten bzw. zog Feinde der Insekten an. “Es handelt sich bei cis-Jasmon um eine harmlose Substanz, die von Pflanzen selbst produziert wird”, erklärte John Picket, Leiter der Abteilung für biologische Chemie in Rothamsted. Es scheint gewissermaßen die Warnung vor Insekten wie Blattläusen zu verbreiten. Das Rothamsted-Team rechnet damit, dass in wenigen Jahren kommerzielle Züchter Geißblätter mit stark duftenden Blüten pflanzen werden. Die ätherischen Öle sollen die Basis neuer , sicherer bzw. süßer duftender Schutzstoffe für hochpreisige Rosen oder kommerziell angebautes Gemüse gegen Virus übertragende Insekten darstellen.

Schätzungen zufolge werden weltweit mehr als 40 Prozent des Erntertrages aufgrund von Insektenplagen vernichtet. Die Resistenz auf Standard-Pestizide von mehr als 540 der für die Erntevernichtung bekannten Insekten steigt zunehmend an. Hinzu kommt, dass die Wirkung der Pestizide abnimmt. Noch vor rund 20 Jahren konnten Züchter aus einer Bandbreite von 800 Pestiziden wählen. Ab 2003 stehen wie pte berichtete aufgrund einer EU-Maßnahme nur mehr 225 Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Aus diesem Grund nehmen Forscher die natürliche Resistenz von Saaten ins Visier.



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