Mit einer neuen Messmethode aus Jena können Augenärzte die Sehkraft künftig präziser bestimmen. Eine ganz neue Generation von Brillen und Kontaktlinsen lässt sich mithilfe der zusätzlichen Messwerte herstellen.
Sie ermöglichen ein schärferes und kontrastreicheres Sehen auch bei schlechten Lichtverhältnissen, beispielsweise beim nächtlichen Autofahren. Das mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) entwickelte Gerät berücksichtigt feine Unebenheiten von Hornhaut und Linse. Diese beeinträchtigen das Kontrastsehen und sind meist die Ursache dafür, dass Brillenträger trotz neuer Gläser unscharf sehen.
Unebenheiten von Hornhaut und Linse treten häufig ab dem 40.
Lebensjahr auf. Sie lenken die Lichtstrahlen ab und verhindern so, dass diese exakt auf die Netzhaut treffen. Die dadurch entstehenden Abbildungsfehler werden beim Ausgleich von Kurz-, Weit- und Stabsichtigkeit mit Brillen und Linsen bisher vernachlässigt. Grund ist, dass zwischen Messung und Fertigung der Brille ein wichtiger Zwischenschritt fehlte – die subjektive Bewertung der Korrektur durch denjenigen, der die Gläser künftig tragen wird. Was die neue Brille taugt, stellt sich daher oft erst dann heraus, wenn sie fertig ist.
Diese Lücke schließt das neue Messgerät. Es gleicht die störenden Unregelmäßigkeiten von Hornhaut und Linse mit anpassungsfähigen Spiegeln in Echtzeit aus, während der Augenarzt die Sehkraft untersucht. Der zukünftige Brillen- oder Linsenträger kann sofort angeben, mit welcher Einstellung er am besten sehen kann. Dadurch können Augenärzte erstmals vor Anfertigung der Brillengläser und Kontaktlinsen die optimalen Korrekturwerte festlegen. 2009 soll das Gerät einsetzbar sein.




