Die Kinderlähmung ist ausgerottet / Bundesverband Polio e.V. zur Verlautbarung der WHO
Die WHO erklärt anläßlich einer Tagung vom 20. und 21. Juni 2002 in Kopenhagen Europa für poliofrei. Der Bundesverband Polio e.V., Interessengemeinschaft der Poliobetroffenen in Deutschland, weist darauf hin, daß auch künftig die Polio-Schutzimpfung wichtig ist, damit Deutschland auch auf Dauer poliofrei bleibt. Ein besonderes Augenmerk müssen dabei die Bundesländer der Impfung der Migranten widmen. Diese sind bei der Einreise häufig nicht geimpft und kommen zum Teil aus Ländern, in denen es auch heute noch Polio-Neuerkrankungen gibt. Der Poliovirus darf keine Chance mehr erhalten sich zu verbreiten.
Auch wenn Deutschland nun poliofrei ist, kämpfen viele Tausend der rund 60.000 noch lebenden Poliobetroffenen in Deutschland derweil mit den Folgen der Kinderlähmung. Sie leiden nicht nur unter oft schweren und schwersten Lähmungen sondern plötzlich auch unter dem sogenannten Post-Polio-Syndrom. Diese Spätfolge der Kinderlähmung ist eine heimtückische Folgeerkrankung, die sich Jahrzehnte nach der ursprünglichen Erkrankung bemerkbar macht. Zu den häufigsten Beschwerden zählen dabei Muskel- und Gelenkschmerzen, neue Muskelschwächen, Atemnot, abnorme Müdigkeit und Erschöpfung sowie Schlafstörungen. Die Symptome werden von Betroffenen und Ärzten häufig aus Unkenntnis nicht mit der Kinderlähmung in Verbindung gebracht.
Der Bundesverband Polio appelliert an die für die Gesundheitspolitik Zuständigen sowie an die Ärzte, die Belange der Poliobetroffenen nicht zu vergessen. Noch immer ist es schwierig, einen Arzt zu finden, der sich mit dem Post-Polio-Syndrom auskennt. Informationen für Betroffene und Ärzte bei der Beratungsstelle des Verbandes in Höxter unter Telefon 05271/983443



