Medizin Gesundheit

Polio-freies Europa: Entscheidung fällt am Freitag

WHO-Ziel der weltweiten Ausrottung 2000 auf 2005 verschoben

Kommenden Freitag wird vermutlich im Kampf gegen Polio in Europa ein Meilenstein erreicht werden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO soll allen Erwartungen nach die 51 europäischen Staaten als kinderlähmungs-frei erklären. Ihr Ziel hat die WHO aber dennoch nicht erreicht. Bereits 1998 wurde verkündet, dass Ende 2000 die Krankheit weltweit ausgerottet sein wird. Laut BBC-Berichten sind derzeit lediglich Nord- und Südamerika, die Karibik und 37 Staaten im pazifischen Raum offiziell als Polio-frei erklärt.

Am Freitag erfolgt in Kopenhagen ein offizielles Treffen. Zur Diskussion steht, ob Europa als Polio-frei gelistet wird, entschieden wird durch unabhängige, internationale Gesundheitsexperten. Gegenüber der BBC meinte eine Sprecherin der WHO, Claudia Drake, dass man im Jahr 2005 auf eine Welt ohne Kinderlähmung hofft. Der letzte Fall von Kinderlähmung (in der Fachsprache Poliomyelitis) trat vor drei Jahren in der Türkei auf. Aber selbst wenn Europa das Zertifikat erhält, müssen die Länder weiterhin zeigen, dass auf mögliche Ausbrüche der Krankheit bzw. auf eingeschleppte Infektionen rasch reagiert werden kann.

Weltweite Impfprogramme haben einen wesentlichen Beitrag zur Eliminierung der Kinderlähmung in Industriestaaten geleistet. In Teilen Afrikas und in Südasien stellt die Krankheit aber nach wie vor ein Problem dar. Kinderlähmung ist eine akute fieberhafte Viruskrankheit, deren Erreger bevorzugt Nervenzellansammlungen befallen, die die Bewegungen kontrollieren. Dies kann im ungünstigsten Fall zu Lähmungen und zum Tod führen. Die Erreger der Poliomyelitis sind RNA-Viren aus der Gruppe der so genannten Picornaviren.



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