Laute Straßen und Eisenbahnen wirken sich verheerend auf die psychische Gesundheit von Kindern aus.
Zu diesem Ergebnis kommt eine österreichische Studie, die die Situation in 31 Tiroler Orten untersucht hat. Vor allem Kinder, die zu früh oder untergewichtig auf die Welt gekommen sind, scheinen besonders empfindlich gegenüber Lärm zu sein.
Das Forscherteam untersuchte den Einfluss des umweltbedingten Lärms auf mehr als 1400 Kinder zwischen acht und elf Jahren in zwei parallelen Studien. In der einen wurden insgesamt 1280 Kinder untersucht, die einem breiten Spektrum an Geräuschpegeln ausgesetzt waren. In der anderen Studie wurden 125 Kinder untersucht, die mit hohen oder niedrigen Lärmpegeln konfrontiert waren. Zum Hintergrund: In der untersuchten Tiroler Region gibt es kleine Städte und Bergdörfer mit einer Mischung aus Industrie, kleinen Geschäften und Ackerland. Durch die Region führt aber eine vielbefahrene Transit-Strecke, die den Norden und Süden des Landes verbindet.
Die Forscher untersuchten die Geburtsangaben jedes Kindes und erhielten von den Lehrern Berichte zu Verhalten und Leistungen in der Schule. Zudem wurden die Kinder gefragt, wie oft sie sich ängstlich, gestresst oder depressiv fühlten, oder ob sie Schlafprobleme hatten.
Der Umwelt-Lärm wirkte sich deutlich auf das Verhalten der Kinder in der Schule aus, und zwar nicht nur auf ihre Leistung, sondern auch ihr soziales Verhalten und ihre Konzentrationsfähigkeit. Dabei zeigte sich: Je lauter die Umwelt desto größer war der Einfluss auf die psychische Gesundheit. Der stärkste Einfluss kristallisierte sich allerdings bei den Kindern heraus, die zu früh oder untergewichtig geboren worden waren. Diese Kinder seien für Verhaltensprobleme anfälliger als zum berechneten Termin geborene Kinder, erklären die Wissenschaftler. Daher übten die nachteiligen Effekte des umweltbedingten Lärms möglicherweise einen noch größeren Einfluss auf sie aus.
Occupational and Environmental Medicine (2002) Vol. 59, pp. 380 – 386



