Veranstaltungsnachrichten

Welche Folgen haben Stress und Schwerelosigkeit bei bemannten Marsmissionen auf das Immunsystem?

Bei Flügen ins All ist die menschliche Gesundheit einer komplexen Umwelt mit vielen Einflüssen ausgesetzt. Besonders bei langen, interplanetaren Missionen wirken sich Stressfaktoren auf das Immunsystem und die Psyche des Menschen negativ aus. Es ist daher wichtig, die Grundlagen dieser Vorgänge zu kennen, um gegensteuern zu können.

Im Fokus steht das Zusammenspiel der Zellen des Immunsystems. Bereits in früheren Studien konnte gezeigt werden, dass extreme Lebensumstände – wie zum Beispiel simulierte Langzeitaufenthalte im All – und auch die Rückkehr ins normale Leben von ausgeprägten stressassoziierten, immunologischen Veränderungen gekennzeichnet sind.

Am Klinikum der Universität München treffen sich am 14. und 15. Mai 2008 erstmals Experten aus sieben Ländern, um weitere Forschungsprojekte zu diskutieren. Das Treffen des so genannten „Topical Team“ wird unterstützt von der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA und von Dr. Alexander Choukèr, Anästhesist am Klinikum der Universität München, geleitet. Ziel ist es, neue Strategien bei der Erforschung der Auswirkungen von Schwerelosigkeit und von Stress auf die menschliche Gesundheit, insbesondere auf das Immunsystem, herauszuarbeiten und Ideen für Forschungsprojekte zu entwickeln. Mit den Ergebnissen solcher Forschungen sollen unter anderem Astronauten künftig vor negativen Folgen geschützt werden. Der zu erwartende Erkenntnisgewinn über die Auswirkungen von Stress auf das Immunsystem wird schließlich auch für Patienten von Vorteil sein, die sich infolge von Operationen oder der Behandlung auf einer Intensivstation befinden und eine verringerte Infektabwehr aufweisen.

Ansprechpartner:
Dr. Alexander Choukèr und Prof. Dr. Manfred Thiel
Klinik für Anästhesiologie am
Klinikum der Universität München
Tel: 089 / 7095 – 6422
E-Mail: alexander.chouker@med.uni-muenchen.de

Klinikum der Universität München
Im Klinikum der Universität München (LMU) werden an den Standorten Großhadern und Innenstadt jährlich rund 81.000 Patienten stationär, 12.000 teilstationär und 370.000 Patienten ambulant behandelt. Die 44 Fachkliniken, Institute und Abteilungen verfügen über mehr als 2.300 Betten. Von insgesamt 9.000 Beschäftigten sind rund 1.800 Mediziner. Forschung und Lehre ermöglichen eine Patientenversorgung auf höchstem medizinischem Niveau. Das Klinikum der Universität München hat im Jahr 2006 mehr als 58 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben und ist seit Juni 2006 Anstalt des öffentlichen Rechts.



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