Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unfälle vermeiden und den Verkehrsfluss verbessern - Pilotanlage zum Automatisierten Fahren in Ulm

26.10.2017

Seit Jahren forschen Ulmer Wissenschaftler erfolgreich in einem bedeutenden Zukunftsfeld der Mobilität: dem automatisierten Fahren. Das Fernziel: Unfälle im Straßenverkehr vermeiden und den Verkehr flüssiger machen. Nun wird in Ulm – im Rahmen eines Verbundprojektes, an dem auch die Stadt Ulm als assoziierter Partner beteiligt ist – eine Versuchsanlage aufgebaut, bei der die Verkehrsinfrastruktur zur Gewinnung wichtiger Verkehrsinformationen mit speziellen Gerätschaften ausgerüstet werden soll.

Seit Jahren forschen Ulmer Wissenschaftler erfolgreich in einem bedeutenden Zukunftsfeld der Mobilität: dem automatisierten Fahren. Viele Ulmer Bürger kennen die hochautomatisierten Fahrzeuge des Instituts für Mess-, Regel- und Mikrotechnik bereits, die schon mehrere Jahre im Stadtgebiet und auf dem Oberen Eselsberg unterwegs sind, um die Automatisierungstechnik im städtischen Verkehr noch leistungsfähiger zu machen.


Lageplan für die MEC-View-Pilotanlage in Ulm-Lehr

Abbildung: OpenStreetMap - BOSCH


Das hochautomatisierte Fahrzeug der Ulmer Forscher unterwegs in der Ulmer Wissenschaftsstadt

Foto: Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik / Universität Ulm

Das Fernziel: Unfälle im Straßenverkehr vermeiden und den Verkehr flüssiger machen. Nun wird in Ulm – im Rahmen eines Verbundprojektes, an dem auch die Stadt Ulm als assoziierter Partner beteiligt ist – eine Versuchsanlage aufgebaut, bei der die Verkehrsinfrastruktur zur Gewinnung wichtiger Verkehrsinformationen mit speziellen Gerätschaften ausgerüstet werden soll.

„Im Mittelpunkt des Projektes steht die Entwicklung eines technischen Systems, das es hochautomatisierten Fahrzeugen erleichtert, unübersichtliche Verkehrssituationen besser zu erfassen; zum Beispiel beim Abbiegen an einer schwer überschaubaren Kreuzung oder beim Einfädeln auf eine stark befahrene Straße“, erklärt der Ulmer Forscher Dr. Michael Buchholz, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Mess-, Regel- und Mikrotechnik.

Hierfür werden im Ulmer Stadtteil Lehr vom Projektpartner OSRAM die Leuchtenmasten im Kreuzungsbereich Mähringer Straße / Loherstraße mit speziellen Kameras und LiDAR-Sensoren ausgestattet. Zudem stellen Wissenschaftler der Universität Ulm drei temporäre Behelfsmasten mit entsprechender Sensorik für Referenzmessungen auf, inklusive der Traversen zur Kabelführung über die Straße. Der Aufbau beginnt Mitte November, und die Anlage wird danach für zwei Jahre in Betrieb genommen. Vernetzt werden die Sensoren und Fahrzeuge über ein Testmobilfunknetz von Nokia. Die Vorschriften zum Datenschutz werden dabei selbstverständlich eingehalten.

Mit Hilfe der Daten verschafft sich das Fahrzeug einen Überblick über die Verkehrslage

Das von BOSCH koordinierte Verbundprojekt, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird, trägt den etwas sperrigen Titel „Mobile Edge Computing basierte Objekterkennung für hoch- und vollautomatisiertes Fahren“. Zu den Projektpartnern von „MEC-View“, so die Abkürzung dafür, gehören die Universitäten Duisburg-Essen und Ulm sowie die Unternehmen Robert Bosch GmbH, Daimler, Nokia, OSRAM, TomTom und die Firma IT-Designers. Assoziierter Partner ist die Stadt Ulm. Die Daten, die mithilfe der Infrastruktursensorik gewonnen werden, dienen den hochautomatisierten Fahrzeugen dabei, einen umfassenden Überblick über die aktuelle Verkehrslage zu erhalten. So können vor allem andere Verkehrsteilnehmer – egal ob Autos, Fahrräder oder Fußgänger – früher erkannt werden. Letztendlich soll dies dabei helfen, den Verkehr flüssiger zu machen und Staus zu vermeiden.

Die technischen Herausforderungen dabei sind hoch: Schließlich müssen die Sensordaten aus der Verkehrsinfrastruktur in Echtzeit verarbeitet werden, um zusammen mit den Sensordaten des Fahrzeuges in ein präzises Umfeldmodell integriert zu werden. Dieses Modell wird vom hochautomatisierten Fahrzeug schließlich zur Manöverplanung genutzt.

Ein lokaler Server ist über das Mobilfunknetz mit der Infrastruktur und dem Fahrzeug vernetzt

Das Herzstück der Anlage ist ein lokaler Server, der über das Mobilfunknetz mit der Infrastruktursensorik und dem Fahrzeug vernetzt ist. Dieser „Multi-Access Edge Computing“-Server (MEC-Server) von Nokia ist über ein LTE-Mobilfunknetz der neusten Generation im System integriert. Der MEC-Server verrechnet die Daten der Videokameras und LiDAR-Sensoren mit Hilfe hochgenauer digitaler Karten aus einem Cloudserver zu dem bereits erwähnten lokalen Umfeldmodell, das wiederum über das Mobilfunknetz an das hochautomatisierte Fahrzeug übermittelt wird.

Die Ulmer Wissenschaftler um Institutsleiter Professor Klaus Dietmayer kümmern sich darum, dass sämtliche Sensordaten auf dem MEC-Server „latenzarm“ fusioniert werden. Denn das Automatisierungssystem braucht Echtzeitinformationen zur Verkehrslage. Ihre Aufgabe ist es, mit möglichst geringem Zeitverzug Informationen zur Position und zum Verhalten von Verkehrsteilnehmern zu gewinnen, die dem automatisierten Fahrzeug die zeitnahe Handlungsplanung erlauben. Außerdem stellen die Ulmer ein Testfahrzeug und sind für die Referenzmessungen verantwortlich, mit deren Hilfe die Leistungsfähigkeit des Systems überprüft werden soll.

Die gesetzlichen Vorschriften zum Datenschutz sind für alle Projektpartner bindend

Was den Datenschutz betrifft, sind sämtliche Projektpartner an die gesetzlichen Vorschriften zur Wahrung des Rechtes auf Privatsphäre und auf informationelle Selbstbestimmung gebunden. Entsprechende Datenschutzkonzepte wurden erarbeitet und, wo erforderlich, den Landesdatenschutzbeauftragten vorgelegt. Die Verarbeitung der personenbezogenen Daten, die über die Infrastruktursensoren erfasst wurden, erfolgt unter Beachtung aller datenschutzrechtlich erforderlichen Regelungen und Belange. Weitere Informationen und Ansprechpartner der Partner bei Fragen sowie ein ausführliches Dokument zur Datenverarbeitung finden sich auf der Webseite zum Projekt www.mec-view.de. Zum Abschluss des Projektes wollen die Projektpartner übrigens die Ergebnisse ihrer Forschung in einer öffentlichen Veranstaltung vorstellen.

Weiter Informationen:
Dr. Michael Buchholz; Tel.: 0731/50-26334; Email: michael.buchholz@uni-ulm.de

Weitere Informationen:

http://mec-view.de/

Andrea Weber-Tuckermann | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-ulm.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Aus dem Labor auf die Schiene: Forscher des HI-ERN planen Wasserstoffzüge mit LOHC-Technologie
19.04.2018 | Forschungszentrum Jülich

nachricht HyperloopTeam aus Oldenburg und Emden in die dritte Runde gestartet
27.03.2018 | Hochschule Emden/Leer

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics