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Schaltkreis im Skianzug - "Smart Textiles" übertragen Biosignale und andere Daten

11.06.2007
Seit über zwanzig Jahren gibt es "Techtextil"; ganze Produktgenerationen technischer Textilien sind auf der Fachmesse inzwischen vorgestellt worden. Mit fünf bis sechs Prozent Wachstumsraten ist das Innovationspotenzial dieses Fachgebietes nach wie vor hoch; über 40 Prozent der Umsätze auf dem Markt werden heute mit technischen Textilien realisiert.

Eines der vielversprechendsten Projekte der jüngsten Zeit ist vor kurzem am Institut für Textil- und Bekleidungstechnik (ITB) der TU Dresden erfolgreich abgeschlossen worden. Hinter dem Titel "Informationsübertragung in Smart Textiles" steht ein neues Konzept für die Integration elektrisch leitfähiger Fasern in textile Strukturen, um so ein intelligentes Produkt zu schaffen, das Informationen von und zum Träger der Bekleidung übermittelt.

Der Direktor des Instituts, Prof. Chokri Cherif, erläutert die Herausforderungen bei der Entwicklung solcher intelligenten Textilien: "Unser Ziel war es, leitfähige und zugleich faserschonende Garne zu entwickeln, die parallel zu Baumwollfäden in der Textilmaschine verarbeitet werden können. Die leitfähige Schicht darf dabei natürlich keinen Abrieb haben und muss bruchfest sein. Als ideal haben sich dafür Polyamidfäden mit einer Silber- oder Kupferschicht erwiesen." Im Laufe der Entwicklung wurden dazu zahlreiche Leitermaterialien erfasst und charakterisiert und versuchsweise durch Nähen oder Sticken in textile Materialien eingebunden. Auf diese Weise entwickelten die Dresdner verschiedene Möglichkeiten der Datenübertragung, ersannen günstige Kontaktverbindungen (etwa über Druckknöpfe oder kleine Stecker), und maßen an einem speziellen Prüfplatz, der gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen gebaut wurde, die Energie- und Informationsübertragung verschiedener Produkte.

Solche intelligenten Textilien können im Gesundheitsbereich eingesetzt werden, beispielsweise zum Monitoring physiologischer Daten mobiler Patienten, die dann per Funk an das überwachende Krankenhaus weitergeleitet werden. Im Fall eines Herzinfarkts könnte so automatisch Alarm ausgelöst und eine schnelle medizinische Hilfe eingeleitet werden. Aber auch bei sportlicher Aktivität ist ein Einsatz der Textilien zur unkomplizierten Überwachung und Aufzeichnung physiologischer Parameter denkbar; so könnte die intelligente Kleidung von Hochleistungssportlern ihre Puls- und Atemfrequenz während des Wettkampfes an einen Arzt funken, der die Biosignale der Athleten auf der Skipiste oder im Stadion kontrolliert.

Für die weitere Entwicklung des Projekts hat das Institut kürzlich die Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung beantragt. Gemeinsam mit mehreren Industriepartnern will Prof. Cherif Schutztextilien für Sondereinsätze von Polizei und Feuerwehr herstellen. Darin sollen Sensoren integriert werden, die die Temperatur messen können, aber auch die Position des Trägers an die Einsatzleitstelle übermitteln, die die im Einsatz befindlichen Personen besser koordiniert und ihre Sicherheit genau überwacht.

Informationen für Journalisten: Dr.-Ing. T. Pusch, Tel. 0351 463-35244, pusch@itbh6.mw.tu-dresden.de; Prof. Chokri Cherif, Tel. 0151 16133234

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/

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