Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Optische Pinzette" positioniert Mikropartikel und Einzelzellen

05.04.2007
Die Vielseitigkeit der Anwendbarkeit von Licht konnte am Fachgebiet Technische Optik der TU Ilmenau erneut unter Beweis gestellt werden. Bekannt sind Anwendungen in der Datenkommunikation, Sensorik oder Materialbearbeitung. Mit Licht ist es auch möglich, kleinste Partikel oder biologische Proben (z.B. Einzelzellen) wie mit einer Pinzette zu greifen und berührungslos exakt zu positionieren.

Erstmals konnte jetzt das simultane Einfangen und dynamische Manipulieren mehrerer Hefezellen in der Beugungsebene eines mikrooptischen Bauelementes demonstriert werden. Im Zentrum des Interesses der Arbeiten stehen Anwendungen in der Biotechnologie und der Mikro- und Nanotechnologie.

Mit Hilfe neuartiger mikrooptischer Bauelemente kann die Funktionalität der schon heute verbreiteten "optischen Pinzetten" erheblich erweitert werden. Optimierte optische Fallen können Zellkulturen in mikrofluidischen Kanälen sortieren und sie zeitweise unterschiedlichen chemischen oder biologischen Medien aussetzen, um Drogen- oder Medikamententests durchzuführen. Der experimentelle Aufbau zur Demonstration der optischen Pinzette kann auch zum Tag der offenen Tür an der TU Ilmenau am 14.4.2007 besichtigt werden.

Im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte mit Förderung des Thüringer Kultusministeriums (TKM-Projekt "Mikrooptische Pinzette"), der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG-Projekt "SPANAS") und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF-Projekt "Innosens") wird dieses Thema in verschiedenen Facetten am Fachgebiet Technische Optik bearbeitet. Zahlreiche internationale Partner (Risø Forschungslabor in Dänemark, Göteborg Universität, Schweden, Durham Universität in Großbritannien) und nationale Partner (Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik (IBA), Heiligenstadt) sowie mehrere Fachgebiete der TU Ilmenau ("Mikromechanische Systeme", "Technische Physik" und "Werkstoffe der Elektrotechnik") tragen wesentlich zum Gelingen der interdisziplinären Forschungsarbeiten bei.

... mehr zu:
»Bauelement »Einzelzelle »Optik »Pinzette

Auch in der Lehre trägt die TU Ilmenau der herausragenden Bedeutung der optischen Technologien für die zukünftige Entwicklung des Hochtechnologiestandortes Deutschland Rechnung. Mit dem im Jahre 2005 eingeführten interdisziplinären Studiengang "Optronik" wurde die Ausbildung in diesem Bereich in Ilmenau grundlegend reformiert. Der Name "Optronik" bringt die Symbiose aus den Fachdisziplinen Maschinenbau (insbesondere Feinwerktechnik) und Elektrotechnik (in dieser Kombination heute weltweit als "Mechatronik" etabliert) sowie Physik zum Ausdruck. Gerade diese Interdisziplinarität der Optiker-Ausbildung wurde bereits im Jahre 2000 in der "Agenda Optische Technologien für das 21. Jahrhundert" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) angemahnt.

An der TU Ilmenau wird der Studiengang "Optronik" von den Fakultäten Maschinenbau, Mathematik und Naturwissenschaften und Elektrotechnik/Informationstechnik gemeinsam getragen. Den Studenten können dadurch in optimaler Weise sowohl die physikalischen als auch die ingenieurwissenschaftlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche berufliche Karriere in der optischen, optoelektronischen und feinwerktechnischen Industrie weltweit vermittelt werden. Bereits heute besteht hier ein erheblicher Mangel an einschlägig ausgebildeten Ingenieuren.

Kontakt/Information:
TU Ilmenau, Fakultät für Maschinenbau
Fachgebiet Technische Optik/Engineering Optics
Prof. Stefan Sinzinger
Tel. 03677 69-2491
e-mail: stefan.sinzinger@tu-ilmenau.de

Wilfried Nax | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-ilmenau.de/optik/

Weitere Berichte zu: Bauelement Einzelzelle Optik Pinzette

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Innovation macht 3D-Drucker für kleinere und mittlere Unternehmen rentabel
24.03.2017 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Neues energieeffizientes Verfahren zur Herstellung von Kohlenstofffasern
13.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE