Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie agiert ein vier Milliarden Mark-Unternehmen auf dem Weltmarkt?

23.11.2000


Berichtete aus der Perspektive eines

Weltunternehmens: Dip.-Betriebswirt Herbert Stippel, Mitglied des

Vorstandes der Thyssen-Krupp Engeneering für Finanzen und

Controlling.


Dipl.-Betriebswirt Herbert Stippel, Mitglied des Vorstandes der Thyssen-Krupp Engeneering für Finanzen und Controlling, sprach am Mittwochabend, den 23. November beim Stammtisch der Wirtschaftswissenschaftler an der TU Clausthal. Die Pulsdaten des Unternehmens: 8.500 Mitarbeiter, davon 50 Prozent im Ausland (Tendenz steigend), vier Milliarden Mark Umsatz. Tätig im Anlagenbau (Chemie, Kunststoffe, Düngemittel, Stahl, Zement) in Nord- und Südamerika, Europa, Asien. Herbert Stippel schilderte Chancen und Risiken des Großanlagenbaus und die Wege, um den Geschäftserfolg gezielt anzusteuern.

Stippel: "Wir beschäftigen je 200 Ingenieure und Ingenieurinnen in Russland und Mexiko sowie 800 in Indien. Der grundlegende Entwurf einer Anlage wird in Deutschland gemacht, aber die Erstellung der detaillierten Fassung haben wir ausgelagert. In Russland und Indien verdienen Ingenieure ein Zehntel des deutschen Lohns, in Mexiko ist es etwas mehr. Diese Ingenieure sind genau so gut wie die deutschen. Und es macht heute mit Intranet keinen Unterschied, ob jemand im Nachbarbüro an seinem Computer arbeitet oder in Russland. Es wird mit der gleichen Software gearbeitet. Nur mit diesem Mix einer weltweiten Zusammenarbeit sind wir konkurrenzfähig." Drei Prozent beträgt (im günstigen Fall) die Gewinnmarge bei Anlagen, die bis zu 500 Millionen Mark kosten und über mehrere Jahre hinweg errichtet werden. "Beim Anlagenbau ist das Risiko von Verlusten sehr hoch und wird oft erst nach Jahren erkannt", sagte Herbert Stippel und nannte Beispiele: "Während der Asienkrise haben wir mit einem Partner in Thailand ein Geschäft vertraglich vereinbart. Wir kauften Ausrüstung im Wert von 100 Millionen Mark. Dann kam die Krise. Die Ausrüstung lagert noch heute in Kisten in Essen und wir wissen nicht, ob aus dem Auftrag jemals noch etwas wird. In einem anderen Fall versicherten wir ein Dollargeschäft mit einem DM-Kurs von 1.40 Mark. Als dann der Dollarkurs auf 1.75 Mark kletterte, betrug der Verlust 75 Millionen Mark ."

Um so wichtiger sei es, über genaue Zielvereinbarungen, die zwischen Management und operativer Ebene ausgehandelt und kontrolliert werden, Risiken zu minimieren. Die Strategie, möglichst auf vielen Märkten gleichzeitig aktiv zu sein, um von regionalen Wirtschaftsflauten nicht in einen Abwärtsstrudel gezogen zu werden, erwies sich bei der Asienkrise als erfolgreich. "Bis dahin war Krupp-Polysius auf dem amerikanischen Markt überhaupt nicht präsent. Heute machen der Zementanlagenbau in den USA 30 Prozent unseres Geschäftsvolumens auf diesem Feld aus", schilderte Herbert Stippel den strategischen Ansatz und ergänzte in seinem Fazit: "Unsere Gewinnmarge lag in den letzten fünf Jahren sogar über den üblichen drei Prozent."

Ein hochinteressanter Praxisabend für die Clausthaler Studierenden.

Jochen Brinkmann | idw

Weitere Berichte zu: Asienkrise Ausrüstung Russland Weltmarkt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie
11.12.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Bioverfahrenstechnik - Mit Kugeln optimal messen
01.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Elektronische Nanosysteme

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

11.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Jenaer Wissenschaftler für Prostatakrebs-Forschung ausgezeichnet

11.12.2017 | Förderungen Preise

Der Buche in die Gene schauen - Vollständiges Genom der Rotbuche entschlüsselt

11.12.2017 | Biowissenschaften Chemie