Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rutschfeste polierte Natursteinplatten

11.10.2000


Laserstrahl-Strukturierung einer

Steinplatte


Glänzende Fußböden aus Natursteinen sind repräsentativ. Doch bei Nässe können Besucher von Flughäfen, Banken oder Hotels schon mal ins Rutschen kommen. Fraunhofer-Forscher entwickelten ein Laserverfahren, mit
dem die Steinoberflächen rutschfest gemacht werden.

Hotels, Banken, Bahnhöfe oder Flughäfen empfangen ihre Besucher oft mit repräsentativen, glänzenden Fußböden aus Natursteinen wie Granit. Die glatten polierten Oberflächen sind zwar schön anzusehen, doch wenn im Herbst und Winter Nässe und Schmutz an den Schuhen hängt, setzt sich so mancher Besucher mit einem filmreifen Slapstick-Ausrutscher auf den Boden. Um diese Gefahrenquelle auszuschalten, müssen die Natursteinböden in öffentlichen Gebäuden rutschfest sein. Forscher vom Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS in Dresden entwickelten ein Laserverfahren, mit dem die Steinoberflächen rutschfest gemacht werden, aber gleichzeitig Glanz und Farbintensität behalten. Die neueste Variante: ein mobiles Gerät, mit dem auch bereits verlegte Fliesen bearbeitet werden können.

Der herkömmliche Weg, um polierte Natursteinplatten mit einer Rutschhemmung zu versehen, ist eine chemotechnische Behandlung. Dadurch entstehen auf der Steinoberfläche Millionen mikroskopisch kleine Poren, die bei Nässe wie Saugnäpfe wirken und so die Reibung zwischen Schuhsohle und Fußbodenoberfläche erhöhen. »Das Laserverfahren funktioniert nach demselben Prinzip, ist aber umweltfreundlicher und nicht von Umgebungsbedingungen abhängig«, erklärt Dipl.-Ing. Jan Hauptmann vom IWS. Der gepulste Laserstrahl wird über zwei Scannerspiegel und eine spezielle Optik gelenkt, sodass mit einer sehr hohen Geschwindigkeit und großer Exaktheit gearbeitet werden kann. Das Gerät meißelt 8 000 bis 10 000 Mikrokrater pro Sekunde in die Steine. Je nachdem wie groß der Abstand und die Abmessung der einzelnen Krater sind, lassen sich verschiedene Grade der rutschhemmenden Wirkung einstellen. »Entsprechend den geforderten Sicherheitsstandards können wir zwischen 400 und 1 275 Krater pro Quadratzentimeter bei Abständen von 0,3 bis 0,5 Millimeter erzeugen«, kommentiert der IWS-Entwickler. Nach der Bearbeitung verlieren die polierten Steine nur wenig von ihrem Glanz und den strahlenden Farben. Zudem sind die Minimulden so angelegt, dass sich die Platten weiterhin einfach reinigen lassen.

Das Verfahren wurde 1997 auf einer stationären Pilotanlage erprobt. Seit letztem Jahr wird es großtechnisch eingesetzt, um die Steinplatten direkt beim Hersteller rutschfest zu machen. Ein Problem waren bislang bereits verlegte Platten, die nur chemotechnisch behandelt werden konnten. Das Team am IWS baute nun einen Prototypen für ein mobiles Lasergerät. So können sie die Steinplatten auch im Nachhinein mit den rutschhemmenden Strukturen versehen.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw

Weitere Berichte zu: IWS Laserverfahren Natursteinplatte

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Löschwasser mobil und kosteneffizient reinigen
18.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Staubarmes Recycling wertvoller Rohstoffe aus Elektronikschrott
16.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik