Diese mussten dann von Arbeitern per Hand oder mit einem Presslufthammer entfernt werden. Der so genannte Frozen Charge Shaker von Siemens löst die Erzreste dagegen mit sanften Vor- und Rückwärtsbewegungen von der Innenwand der Trommel. Dies verkürzt Stillstandzeiten und erhöht die Verfügbarkeit, auch weil die Mühle nicht mehr durch herabfallendes Material blockiert werden kann.
Das erste System integriert Siemens im Norden Sambias in zwei Mühlen im Kupferabbaugebiet Lumbwana. Sie sollen 2007 in Betrieb gehen. Die dort entdeckten Kupfervorkommen werden auf 1,6 Millionen Tonnen geschätzt. Eingesetzt wird eine SAG-Mühle (Semi Autogenous Grinding) mit einer Leistung von 18 Megawatt (MW). In der rotierenden Mühltrommel mit zwölf Meter Durchmesser helfen Stahlkugeln der der Zerkleinerung von Erzbrocken. Danach wird das Geröll in einer 16-MW-Kugelmühle ebenfalls mit Hilfe von Stahlkugeln weiter zerkleinert.
Die Mühlen verwenden getriebelose Antriebssysteme. Dadurch fallen mechanische Teile zwischen Motor und Mühle weg, was den Verschleiß der Anlage um bis zu fünf Prozent reduziert. Die neuen Ringmotoren aus der Antriebsreihe Simine Mill GD von Siemens Industrial Solutions and Services (I&S) sind direkt an der Mahltrommel angebracht. Ein Direktumrichter regelt die Drehzahl der Mühlen und lässt sich individuell auf verschiedene Anforderungen wie die zu mahlende Gesteinsgröße präzise einstellen. Sanftes Stoppen und Wiederanfahren reduziert den Verschleiß zusätzlich.
Die Erzmühlen werden von nahezu jedem PC aus bedienbar sein: Das Bediensystem eWD ist webbasiert, alle Funktionen können daher über das Internet angesteuert werden. (IN 2006.08.5)


