Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KSTAR - Südkorea bereitet Großprojekt zur Kernfusion vor

26.09.2000


Die geplante koreanische Fusionsanlage KSTAR im Entwurf


Das entstehende Experimentiergebäude für KSTAR in

Taedok (Stand September 2000) (Fotos: Korea Basic Science

Institute)


Die Pläne für die Forschungsanlage KSTAR stellten vergangene Woche hochrangige Vertreter der südkoreanischen Fusionsforschung, der zuständigen Aufsichtsgremien und der Industrie im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching bei München in einem Workshop vor europäischen Fusionsforschern vor. Dies war die erste ausführliche Präsentation der Anlage in Europa. Ziel des Treffens war es, die Planungen zu diskutieren, eine mögliche Zusammenarbeit mit dem europäischen Fusionsprogramm vorzubereiten und Kooperationsfelder zu identifizieren.

... mehr zu:
»Fusionsforschung »KSTAR »Plasma

Mit KSTAR will Südkorea in einem großen Schritt Anschluß an die internationale Fusionsforschung gewinnen. Nachdem in der Vergangenheit zahlreiche koreanische Fusionsforscher anerkannte Arbeit als Gastwissenschaftler in den USA und Europa - darunter auch im IPP in Garching - geleistet haben, soll KSTAR (Korean Superconducting Tokamak Advanced Research) als erstes Großprojekt das Kernstück des nationalen koreanischen Fusionsprogramms werden, das zur Zeit aufgebaut wird. Wie der Name der Anlage verrät, soll sich KSTAR den gegenwärtig aktuellsten Themen der weltweiten Tokamakforschung widmen, den sogenannten "Advanced Szenarios" und dem Dauerbetrieb: Geplant als ein mittelgroßes Fusionsexperiment vom Typ "Tokamak" soll KSTAR durch neue Betriebstechniken den Weg zu einem Tokamak im Dauerbetrieb bahnen.

Sein Plasma liegt mit einem Volumen von 16 Kubikmetern in der Größenordnung der IPP-Anlage ASDEX Upgrade, des größten deutschen Fusionsexperiments; beider Form ähnelt dem geplanten internationalen Fusionstestreaktor ITER. Im Unterschied zu ASDEX Upgrade, der noch mit normalleitenden Kupfer-Spulen und Pulsdauern von 10 Sekunden arbeitet, wird KSTAR jedoch mit supraleitenden Magnetspulen aus Niob-Zinn ausgestattet sein und damit lange Pulsdauern bis zu 300 Sekunden erreichen können. Die Anlage soll in der Wissenschaftsstadt Taedok, 170 Kilometer südlich von Seoul, entstehen. Hier hat das Korea Basic Science Institute die "Joint Plasma Research Facility" für Universitätsforscher eingerichtet. Etwa im Jahr 2005 soll KSTAR in Betrieb gehen, um "die koreanische Fusionsforschung auf internationales Niveau zu heben und einen signifikanten Beitrag zur Entwicklung von Fusionskraftwerken im 21. Jahrhundert zu leisten".


Aufgabe der Fusionsforschung ist es, die Energieproduktion der Sonne in einem Kraftwerk nachzuvollziehen und aus der Verschmelzung von Atomkernen Energie zu gewinnen: Da die für den Fusionsprozess nötigen Grundstoffe in großer Menge überall vorhanden sind und ein Fusionskraftwerk günstige Sicherheits- und Umwelteigenschaften verspricht, könnte die Fusion einen größeren Beitrag zur Energieversorgung der Zukunft leisten. Brennstoff ist ein dünnes ionisiertes Gas, ein "Plasma" aus den Wasserstoffsorten Deuterium und Tritium. Zum Zünden des Fusionsfeuers muss es gelingen, das Plasma wärmeisoliert in Magnetfeldern einzuschließen und auf Temperaturen über 100 Millionen Grad aufzuheizen.


Weitere Informationen finden Sie im WWW:


Isabella Milch |

Weitere Berichte zu: Fusionsforschung KSTAR Plasma

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Neues Verfahren zur Inprozesskontrolle in der Warmumformung
18.08.2017 | Fachhochschule Südwestfalen

nachricht Forschungsprojekt zu optimierten Oberflächen von Metallpulver-Spritzguss-Werkzeugen
17.08.2017 | Hochschule Pforzheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie