Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Quecksilber: Gefahr gebannt

23.03.2001


Die schwedische

Sonderabfallverbrennungsanlage SAKAB ist mit einem eigenen Turm für

das MercOx-Verfahren ausgerüstet.


Forschungszentrum Karlsruhe entwickelt kostengünstiges Verfahren zur Rückhaltung von Quecksilber aus Verbrennungsanlagen

Quecksilber ist eines der giftigsten Schwermetalle und ruft ernste Gesundheitsschäden hervor. Beim Betrieb von Verbrennungsanlagen ist die Einhaltung von Quecksilber-Grenzwerten ein schwieriges technisches Problem. Das im Forschungszentrum Karlsruhe entwickelte MercOx-Verfahren bietet eine saubere Lösung: Nach einer chemischen Umwandlung kann Quecksilber mit konventionellen Abgasreinigungskomponenten abgeschieden werden.

In den letzten Jahren wurde Quecksilber wegen seiner Giftigkeit aus vielen Produkten des täglichen Lebens - beispielsweise Batterien - entfernt. Trotz aller Bemühungen, das Problemelement Quecksilber im Abfall zu vermeiden und quecksilberbelastete Produkte getrennt zu sammeln, ist die Einhaltung der Grenzwerte von Quecksilber in Abfallverbrennungsanlagen weiterhin ein aktuelles und schwierig zu lösendes Problem. In zunehmendem Maße werden auch quecksilberhaltige Abfälle, zum Beispiel Klärschlämme, durch so genannte Mitverbrennung in Kohlekraftwerken entsorgt, deren Abgasreinigung nicht für die Rückhaltung von Quecksilber ausgelegt ist. Ein weiteres Problem ist die Entsorgung quecksilberhaltiger Sonderabfälle.
Quecksilberverbindungen zerfallen bei den hohen Temperaturen in der Abfallverbrennung und werden nahezu vollständig als Gas freigesetzt. Dabei entstehen verschiedene Formen von Quecksilber: elementares Quecksilber und anorganische Verbindungen. Vor allem bei der Verbrennung von Klärschlämmen, die einen niedrigen Salzanteil aufweisen, und bei der thermischen Behandlung quecksilberbelasteter Böden kann im Abgas elementares Quecksilber in hohen Konzentrationen auftreten, das wegen seiner schlechten Wasserlöslichkeit nur schwer zurückgehalten werden kann.


Hier setzt das MercOx- (Mercury-Oxidization-) Verfahren an. Durch Zugabe von Wasserstoffperoxyd (H2O2) zum Rauchgas wird das Quecksilber chemisch in eine wasserlösliche Form umgewandelt. In einer anschließenden Reinigungsstufe, dem so genannten Nasswäscher, können die Quecksilberkonzentrationen im Abgas dann bis auf ein Tausendstel verringert werden. Danach bleiben im Abgas nur noch geringe Quecksilberkonzentrationen zurück. Das im Nasswäscher - einer Standardkomponente industrieller Verbrennungsanlagen - hochkonzentrierte Quecksilber kann nach einer Abtrennung ("Fällung") stofflich wieder verwertet oder deponiert werden.
An einer Pilotanlage in einem Klärschlammverbrennungswerk wurde gezeigt, dass die gesetzlichen Grenzwerte für Quecksilber mit dem MercOx-Verfahren leicht eingehalten werden und eine deutliche Kostenersparnis gegenüber konventionellen Verfahren erzielt werden kann. Der Lizenzpartner des Forschungszentrums, die Firma Götaverken - Miljö, hat das neuartige Verfahren bereits im industriellen Maßstab an der schwedischen Sonderabfallverbrennungsanlage SAKAB eingesetzt.
Insbesondere für den Einsatz in Anlagen, die quecksilberhaltige Materialien mitverbrennen, wurde darüber hinaus der Emissionsmonitor Hg-CEM entwickelt, der die Messung der Gesamtquecksilberkonzentration im Abgas erlaubt.

Inge Arnold | idw

Weitere Berichte zu: Abgas Grenzwert Quecksilber Verbrennungsanlage

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht 3D-Bilder von Krebszellen im Körper: Medizinphysiker aus Halle stellen neues Verfahren vor
16.05.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

nachricht Innovatives Verfahren zur umweltschonenden Gülleaufbereitung kommt auf den Markt
03.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics