Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Herausforderung

28.08.2000


Einen präzisen und umfassenden Überblick über den deutschen Maschinenbau in den vergangenen zehn Jahren bietet das kürzlich erschienene Buch "Der deutsche Maschinenbau in den neunziger Jahren. Kontinuität und Wandel einer Branche", das die elfjährige Arbeit des Projekts im DFG-Sonderforschungsbereich (SFB 187): "Neue Informationstechnologien und Flexible Arbeitssysteme" (Projektleiter: Prof. Dr. Ulrich Widmaier) dokumentiert. Die Ergebnisse aus acht jährlichen Befragungen von ca. 5000 Unternehmen werden ergänzt durch den Kommentar und die Analyse führender Experten. Eine beiliegende CD-ROM bietet ausführlichen Einblick in die Ergebnisse.

Jährliche Befragung verfolgt Entwicklungen

Die "schlanke Produktion" ist auch im Maschinenbau ein viel diskutiertes Unternehmenskonzept. Wie sich die Umsetzung dieses Konzeptes in deutschen Maschinenbauunternehmen gestaltete, zeigt die Bochumer Studie: Zwischen 1991 und 1998 stellten die Wissenschaftler jedes Jahr denselben Unternehmen Fragen zu ihrem Umgang mit computergestützter Produktionstechnik, ihrer Arbeitsorganisation, ihrer betrieblichen Organisation und ihrer zwischenbetrieblichen Kooperation und Vernetzung. Diese vier Bereiche bestimmen auch den Aufbau des nun veröffentlichten Bandes: Zunächst wird der Leser mit den Methoden der Untersuchung und der Geschichte des Maschinenbaus in Deutschland vertraut gemacht. Auf der Grundlage der Paneldaten arbeiten die Autoren dann heraus, inwieweit sich der Einsatz computergesteuerter Fertigungstechniken auf den Erfolg des Betriebes auswirkt. Aufgrund der für die Herstellung komplexer Produkte notwendigen Technik findet sich im Maschinenbau eine recht große Verbreitung rechnergestützter Systeme. Bei der Betrachtung der Arbeitsorganisation der Unternehmen steht besonders die fachliche und funktionale Arbeitsteilung und die Verbreitung und Gestaltung der Gruppenarbeit im Mittelpunkt des Interesses. Die Betriebsgröße und die Standardisierbarkeit von Prozessen und Produkten bestimmen den Einsatz und Erfolg entscheidend mit. Nach einem anfänglichen Erfolg der Gruppenarbeit stellen die Forscher mittlerweile eine Stagnation fest.

"Lean Production" eignet sich nur begrenzt

Ein Kapitel über Kontinuität und Wandel im Maschinenbau untermauert anhand der gewonnenen Umfragedaten die These, dass sich der Lean-Production-Ansatz für diese Branche nur sehr eingeschränkt als organisatorische Strategie eignet. Gerade kleine und mittlere Betriebe arbeiten wirtschaftlich erfolgreicher, wenn sie sich strukturkonservativ verhalten. Die Vernetzung und Kooperation zwischen Betrieben hat in den neunziger Jahren an Bedeutung gewonnen. Die Auswirkungen dieser Entwicklung und ihre Vor- und Nachteile beleuchten Experten je aus ihrer eigenen Sicht.

Titelaufnahmen

Ulrich Widmaier (Hg.): Der deutsche Maschinenbau in den neunziger Jahren. Kontinuität und Wandel einer Branche. (= Campus Forschung, 812), Frankfurt a.M., Campus Verlag 2000, ISBN 3-593-36507-3

Weitere Informationen

Prof. Dr. Ulrich Widmaier, Ruhr-Universität, Fakultät für Sozialwissenschaft, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-25172, Fax: 0234/32-14-509, Email: uw@pw2.ruhr-uni-bochum.de

Dr. Josef König |

Weitere Berichte zu: Kontinuität Maschinenbau

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Nikon setzt zukünftig auf Messtechnik „Made in Jena“
23.10.2017 | Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V.

nachricht Elektrodenmaterialien aus der Mikrowelle
18.10.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie