Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nicht nur Kraftwerks-Betreiber können sich freuen

12.05.2000


Nicht nur Kraftwerks-Betreiber können sich freuen
Neuer Computer ermöglicht schnellere Computersimulation von Strömungsprozessen

In dieser Woche wurde von der Forschungsgruppe Mehrphasenströmungen an der Professur Technische Thermodynamik der TU Chemnitz ein preisgünstiger Konkurrent der sonst teuren "Supercomputer" in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich um einen sogenannten "12-Prozessor-AMD/Athlon-Parallelrechencluster". Sein Einkaufspreis entspricht nur einem Bruchteil von dem eines leistungsgleichen Parallelrechners. Finanziert wurde er aus Forschungsmitteln der Europäischen Union. Das neue Computersystem mit insgesamt zwölf Athlon-Prozessoren des in Dresden produzierenden Prozessorherstellers AMD wird gemeinsam von Wissenschaftlern der Forschungsgruppe Mehrphasenströmungen und des An-Institutes SIVUS gGmbH für die Entwicklung von Software zur computergestützten Simulation von Strömungen von Gasen, Flüssigkeiten, aber auch Gas-Partikel-Gemischen in Anlagen der Verfahrenstechnik eingesetzt. Derartiger Software wird in der Industrie und in der Forschung beispielsweise dort eingesetzt, wo Schüttgüter in pneumatischen Förderanlagen transportiert werden oder wo die Kraftstoffeinspritzung in Motoren simuliert wird.

Ein spezielles von der Chemnitzer Forschungsgruppe Mehrphasenströmungen bearbeitetes Anwendungsgebiet ist die Berechnung von Prozessen der Kohlestaubverbrennung in Großkraftwerken. So simulieren die Chemnitzer Forscher beispielsweise für den britischen Steinkohle-Großkraftwerks-Betreiber Powergen Plc. in Nottigham Ratcliffe-on-Soar die Zuführung gemahlener Steinkohle zu 40 Brennern eines Großkraftwerks-Kessels. Ziel der Untersuchungen ist eine gleichmäßigere Verbrennung der Steinkohle mit höherem Wirkungsgrad bei geringerem Schadstoffausstoß an Schwefel- und Stickoxiden. Da die Bauteile des Kessels von der Geometrie her relativ komplex sind, ist der Berechnungsaufwand extrem hoch. Auf einer einzelnen Workstation wäre eine derartige Simulation nicht ausführbar - sowohl durch die notwendige Speicherkapazität als auch von der benötigten Rechenzeit her.

Durch die Bündelung der Rechenleistung der Prozessoren unter dem freien Betriebssystem Linux ist es nun möglich, komplizierte ingenieurtechnische Berechnungen, die früher oft tagelange Rechenzeit in Anspruch nahmen, nun innerhalb von wenigen Stunden oder sogar Minuten durchzuführen. Konnten in der Vergangenheit hohe Rechenleistungen und Speicherkapazitäten nur von spezialisierten und sehr teuren Supercomputern bereitgestellt werden, realisiert der jetzt in Betrieb genommene Parallelrechen-Cluster enorme Rechenkapazitäten mit handelsüblichen Rechnerkomponenten preiswert und direkt am Arbeitsplatz des Ingenieurs. Damit eröffnen sich für Ingenieure völlig neue Möglichkeiten bei der Verfahrensentwicklung und -optimierung.

Weitere Informationen erteilt Dr. Thomas Frank von der Forschungsgruppe Mehrphasenströmungen, Telefon (03 71) 5 31 - 46 43, E-Mail frank@imech.tu-chemnitz.de , http://www.tu-chemnitz.de/mbv/TechnThDyn/mpf/index .

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dipl.-Ing. Mario Steinebach |

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Neues Verfahren bringt komplex geformte Verbundwerkstoffe in die Serie
23.01.2017 | Evonik Industries AG

nachricht Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile
19.01.2017 | Fraunhofer IFAM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie