Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nickelfreie Sinterstähle

13.11.2000


Bauteile aus einer nickelfreien

Sinterlegierung. Sie kann umwelt- und gesundheitsschädliche

nickelhaltige Legierungen ersetzen und besitzt bessere

Eigenschaften.© Höganäs AB/Sweden


... mehr zu:
»Bauteil »LBF »Legierung »Sinterstähle
Getriebeteile im Auto sind hochbelastete Bauteile. Um wirtschaftliche Vorteile zu erzielen, werden diese Teile aus Sinterstählen gefertigt, die ihre besondere Festigkeit etwa durch Zusatz von Nickel
erhalten. Nun gibt es einen gesundheits- und umweltfreundlichen nickelfreien Ersatz.

Wenn tonnenschwere Lkws oder Traktoren anfahren oder in einen höheren Gang geschaltet werden, dann knirscht es schon mal im Getriebe. Selbst in einem Pkw sind Maschinen- und Motorenteile wie Kettenräder, Getriebehebel oder Synchronkörper enormen Belastungen ausgesetzt. Diese Teile sollen zum einen wirtschaftlich hergestellt werden können, zum anderen die Kräfte zuverlässig übertragen. Deshalb werden sie aus gesinterten Stählen gefertigt. Durch die Zugabe von Legierungselementen wie Kupfer, Molybdän oder Nickel und das Erhitzen auf bis zu 1 280 Grad verbindet sich das Metallpulver und wird extrem fest. Doch für Mensch und Umwelt ist freigesetztes Nickel schädlich. Das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit LBF in Darmstadt entwickelte in einem von der EU geförderten Projekt gemeinsam mit Industriepartnern aus Schweden, Spanien, Frankreich und Deutschland eine Alternative: eine nickelfreie Sinterlegierung für hochbelastete Bauteile.

»Wir haben eine ganze Reihe von Legierungen untersucht«, berichtet Dr.-Ing. Klaus Lipp, Projektleiter am LBF. »Die Materialien mussten den Anforderungen nickelhaltiger Legierungen entsprechen. Das heißt, sie müssen den Stahl fest machen, sich beim Erhitzen im Ofen verbinden und für die Massenfertigung in herkömmlichen Sinteröfen verarbeitet werden können.« Um die Qualität der Legierung beurteilen zu können, testete das Team am LBF, wie sich hochbelastete Bauteile aus dem neuen Material verhalten. Sie untersuchten beispielsweise unter welcher Last sie brechen oder welche Verschleißerscheinungen auftreten - entsprechend einer geforderten Lebensdauer von mindestens 300 000 Kilometern für einen Pkw.

»Gemeinsam mit unseren europäischen Partnern haben wir eine nickelfreie Sinterlegierung gefunden, die nicht nur die nickelhaltigen Legierungen ersetzen kann, sondern weit bessere Eigenschaften als diese aufweist«, fasst Dr. Lipp zusammen. Die Bauteile zeichnen sich durch eine teilweise bis zu 50 Prozent höhere Schwingfestigkeit aus. Zudem lässt sich der neue Werkstoff wesentlich besser verarbeiten. Dank der neuen und kostengünstigen Legierung reduzieren sich die Umweltbelastung und die Gesundheitsgefährdung von Personen in der metallverarbeitenden Industrie erheblich.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw

Weitere Berichte zu: Bauteil LBF Legierung Sinterstähle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Smarte Rollstühle, vorausschauende Prothesen
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuem Onlineauftritt - Lösungskompetenz für alle IT-Szenarien

16.01.2018 | Unternehmensmeldung

Die „dunkle“ Seite der Spin-Physik

16.01.2018 | Physik Astronomie

Wetteranomalien verstärken Meereisschwund

16.01.2018 | Geowissenschaften