Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Handschlag zwischen Mensch und Technik

10.11.2000


Die Hand als Vorbild - mit einer im

Forschungszentrum Karlsruhe entwickelten Antriebstechnik kommt die

mit einer hohen Beweglichkeit ausgestattete künstliche Hand dem Original sehr nahe.


Künstliche Hand mit neuartiger Antriebstechnik aus dem Forschungszentrum Karlsruhe

Wissenschaftler am Forschungszentrum haben erstmals eine künstliche Hand entwickelt, die aufgrund ihrer neuartigen Antriebstechnik leicht, flexibel und hoch beweglich ist und sich zudem beim Berühren natürlich anfühlt. Erreicht wird dies durch den Einsatz flexibler Mikro-Fluidaktoren. Die künstliche Hand kann deshalb viele Bewegungsmuster ausführen, die dem natürlichen Vorbild sehr nahe kommen. Ihre Anwendungsgebiete liegen sowohl im Bereich der Robotik als auch in der Medizintechnik.

In der Automatisierungstechnik sind mit Flüssigkeit oder Gas angetriebene Aktoren als Antriebselemente von elementarer Bedeutung; sie werden im Maschinenbau, bei Transportsystemen und in der Schwerindustrie eingesetzt. Mit den im Forschungszentrum Karlsruhe entwickelten flexiblen Mikro-Fluidaktoren können nun neue Anwendungsfelder vor allem in der Robotik erschlossen werden. Das Ergebnis der neuesten Entwicklungen ist eine künstliche Hand, die eine sehr hohe Beweglichkeit und Dynamik besitzt. Die Bewegungsmöglichkeiten sind der menschlichen Hand nachempfunden und wirken sehr natürlich.
Die neuen Mikro-Fluidaktoren, die von der Forschergruppe um Stefan Schulz vom Institut für Angewandte Informatik entwickelt wurden, lassen die künstliche Hand weniger mechanisch wirken und vermitteln durch die Flexibilität das gewohnte weiche und elastische Berührungsgefühl. Die Fluidaktoren selbst bestehen aus kleinen Kammern, die ihre Größe ändern, wenn eine Flüssigkeit oder ein Gas hinein- oder herausgepumpt wird.
Da die Fluidaktoren sehr klein sind, konnten sie vollständig in jeden Finger der künstlichen Hand integriert werden, wodurch ein individuelles Anschmiegen und sicheres Greifen von unterschiedlichsten Gegenständen erreicht wird. Die Konstrukteure haben eine Hand entwickelt, die nicht nur sehr leicht, robust und preiswert ist, auch der Aufwand für die Steuerung ließ sich durch den elastischen und damit sich weitgehend selbständig anpassenden Greifmechanismus stark reduzieren.
Die künstliche Hand soll Teil eines Service-Roboters werden, der älteren und behinderten Menschen bei der Bewältigung des Alltags eine Hilfe bietet. An einen Rollstuhl montiert, kann sie einfache Dienste, wie das Öffnen einer Tür oder das Halten eines Glases, für den Behinderten ausführen. Durch die Verwendung weicher Materialien bis hin zum Antrieb selbst besteht auch beim direkten Kontakt mit Menschen im Gegensatz zu anderen Roboterhänden praktisch keine Verletzungsgefahr mehr.
Derzeit prüfen die Entwickler, inwieweit sich die gleichen Antriebe auch in einer Handprothese einsetzen lassen. Hier kämen die Vorteile der Neuentwicklung umfassend zum Tragen: Im Vergleich zu herkömmlichen Modellen wäre die fluidaktorische Prothese leichter, beweglicher und anschmiegsamer. Damit wäre sie ihrem natürlichen Vorbild schon sehr ähnlich.
Sabine Fodi, 08. November 2000

Das Farbfoto senden wir Ihnen auf Wunsch gerne zu (Telefon 07247/82-2861).

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Inge Arnold | idw

Weitere Berichte zu: Antrieb Antriebstechnik Fluidaktor Flüssigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Smarte Rollstühle, vorausschauende Prothesen
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungen

Transferkonferenz Digitalisierung und Innovation

22.01.2018 | Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Forschungsteam schafft neue Möglichkeiten für Medizin und Materialwissenschaft

22.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Ein Haus mit zwei Gesichtern

22.01.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics