Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Maßarbeit für Schwergewichte

24.01.2001


... mehr zu:
»Bauteil »Dock »Messeinrichtung »Werft
Ob für Vergnügungsreisen à la Traumschiff oder für Containertransporte - Ozeanriesen werden heute aus vorgefertigten Teilen montiert. Mithilfe einer intelligenten Messeinrichtung lassen sich die
tonnenschweren Bauteile kostengünstig zusammenbauen.

Im internationalen Konkurrenzkampf müssen die deutschen Werften bestehen. Ein wesentlicher Faktor bei den Kosten ist die Zeit. Jeder Tag, an dem ein Dock länger als nötig blockiert ist, kostet die Werft Hunderttausende und das wirkt sich auf die Preise aus. Deshalb werden ganze Schiffsteile in und außerhalb der Werft vormontiert. Erst wenn diese Sektionen komplett sind - beispielsweise Kajüte inklusive Kojen, Toiletten und Duschen - werden sie zusammengesetzt. »Allerdings treten bei der Endmontage häufig Probleme auf,« erklärt Prof. Martin-Christoph Wanner, Leiter des Fraunhofer-Anwendungszentrums Großstrukturen in der Produktionstechnik in Rostock. »Wenn die Bauteile nicht haargenau zusammen passen, müssen Ungenauigkeiten ausgeglichen, Sektionen bearbeitet oder noch einmal verschoben werden. Und das kostet wertvolle Zeit.«

Zusammen mit ihren Partnern aus der Industrie haben die Rostocker Fraunhofer-Forscher ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Schiffssektionen in Höhe, Länge und Breite vermessen und optimal positionieren lassen. Notwendige Korrekturen an den Bauteilen werden auf diese Weise schon vor der Montage erkannt und können außerhalb des Docks vorgenommen werden. »Es gibt für jede Sektion unter Beachtung der zulässigen Toleranzen nur eine Position, in der die Passgenauigkeit und damit auch die Montagekosten minimal sind«, beschreibt Prof. Wanner. »Nur wenn diese Position auf Anhieb angesteuert wird, lassen sich Mehrkosten vermeiden.« Das gelingt mit der Software, die mittlerweile in ein 3D-Lasermessgerät integriert wurde. Sind Nacharbeiten am Bauteil erforderlich, kann die Produktion vor Ort direkt ermitteln, welche finanziellen Folgen die Entscheidung hat.

Aber nicht nur Schiffbauer, sondern auch Stahlbauunternehmen und Nutzfahrzeughersteller arbeiten mit häusergroßen Bauteilen, die exakt montiert werden müssen. Die intelligente Messeinrichtung ist ein Werkzeug, das die Produktionstechniker dabei unterstützt, die Bauteile optimal und reibungslos zu positionieren und gleichzeitig die Kosten gering zu halten.

Ansprechpartner:
Prof. Dr.-Ing. Martin-Christoph Wanner
Telefon: 03 81/40 59-7 20
Fax: 03 81/40 59-6 94 
mcw@hro.ipa.fhg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw

Weitere Berichte zu: Bauteil Dock Messeinrichtung Werft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Staubarmes Recycling wertvoller Rohstoffe aus Elektronikschrott
16.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Mikrostrukturen mit dem Laser ätzen
25.10.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie