Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strukturen in Oberflächen sprengen

13.11.2000


Die detailgetreue Struktur eines

Eichenblattes, eingesprengt in eine Metalloberfläche. © Fraunhofer

ICT


Die detailgetreue Struktur verschiedener

Blätter, eingesprengt in eine Metalloberfläche. © Fraunhofer

ICT


Mit einer Sprengung lassen sich die filigranen Strukturen eines Laubblattes auf Metalloberflächen übertragen. Diese Technik des Rapid Tooling eignet sich, um schnell Spritzgusswerkzeuge für die
kunststoffverarbeitende Industrie bereit zu stellen.

Ein nicht alltägliches Rezept: Man nehme das Blatt eines Laubbaums und lege es auf eine Metallplatte. Man bedecke es mit einer dünnen Folie aus Sprengstoff und zünde sie. Unter lautem Knall und gewaltigem Druck prägt sich die Struktur des Blattes in die Metalloberfläche ein - das Blatt selbst verdampft. Die detailgetreu geprägte Metallplatte wiederum dient als Vorlage, um die Oberfläche von Kunststoffteilen in der Serienfertigung mit einer dekorativen Oberfläche von Blattstrukturen zu versehen. Je nach Geschmack können statt einem Blatt Leder, Textilgewebe, Sandkörner oder fast jede beliebige flache Vorlage verwendet werden.

Das Muster solcher Oberflächen wurde bisher in die Spritzgießwerkzeuge eingeätzt oder -graviert. Dies geschieht mit hohem Aufwand, um die filigranen Strukturen naturgetreu erscheinen zu lassen. Bei dem patentierten Verfahren des Sprengprägens, das am Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT in Pfinztal bei Karlsruhe entwickelt wurde, kann die Vorlage explosiv schnell umgesetzt werden. Der Ingenieur Günter Helferich weist auf einen willkommenen Nebeneffekt hin: »Die Sprengung verdichtet und härtet die Metalloberfläche. Das führt zu einer längeren Standzeit des Werkzeugs.« Das Sprengprägen ist nur eine von vielen Methoden des »Rapid Tooling«, das rasch Werkzeuge für eine flexible Massenfertigung herstellt.

In der »Fraunhofer-Allianz Rapid Prototyping« vereinen sich zwölf Institute, die nicht nur Verfahren anbieten und entwickeln, um schnell und kostengünstig Werkzeuge und Prototypen für die Metall- und Kunststoffverarbeitung zu produzieren. Mit ihrem Motto »Schneller zu Produkt und Markt« stellt sie ihren Kunden aus der Industrie Dienstleistungen in vier Themenfeldern bereit: Produktinnovation und -entwicklung, Software und Datentechnik, Werkstoffe und Verfahren sowie neue Branchenlösungen in den Bereichen Rapid Prototyping, Tooling und Manufacturing. Auf der EuroMold, der Weltmesse für Werkzeug- und Formenbau, Design und Produktentwicklung, die vom 29. November bis 2. Dezember 2000 in Frankfurt stattfindet, präsentiert sich die Allianz in Halle 8 am Stand L129.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Günter Helferich
Telefon: 07 21/46 40-4 21
Telefax: 07 21/46 40-1 11
E-Mail: heg@ict.fhg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw

Weitere Berichte zu: Metallplatte Sprengprägen Sprengung Werkzeug

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Innovation macht 3D-Drucker für kleinere und mittlere Unternehmen rentabel
24.03.2017 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Neues energieeffizientes Verfahren zur Herstellung von Kohlenstofffasern
13.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Workshop »Emissionsarme Bauprodukte und Wohngesundheit«

28.03.2017 | Seminare Workshops

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Nachwuchswissenschaftler blicken in die Quantenwelt

28.03.2017 | Seminare Workshops