Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Modellierung mechatronischer Systeme mit Bondgraphen - Erste umfassende deutschsprachige Monographie

09.06.2000


Modellierung mit Bondgraphen stellt eine Methode dar, um technische Systeme, die elektrische, mechanische, hydraulische oder pneumatische Komponenten besitzen, in einer einheitlichen, abstrakten Formensprache
abzubilden. Dies bildet die Grundlage für rechnergestützte Simulationen zur Senkung von Entwicklungskosten und zur Verkürzung von Entwicklungszeiten.
Diese Monographie für Lehre und Praxis hat das Zeug zu einem Standardwerk.

Sankt Augustin, 9. Juni 2000

Professor Dr. Wolfgang Borutzky, Experte für Methoden der Modellierung und Simulation mechatronischer Systeme und Professor an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, hat zum Thema Modellierung mechatronischer Systeme mit Bondgraphen jüngst ein Fachbuch herausgebracht.

Technische Produkte in den verschiedensten Bereichen sind in zunehmendem Maße komplexe dynamische Systeme, die sowohl aus Mechanik als auch aus Elektronik bestehen und darüber hinaus Komponenten aus anderen Energiebereichen wie Hydraulik oder Pneumatik enthalten. Allgegenwärtige Beispiele im täglichen Leben sind Kopierer, Waschmaschinen und Autos sowie Roboter und Handhabungssysteme. Man spricht dabei von mechatronischen Systemen.

Die Tatsache, dass mehrere Ingenieurdisziplinen in einem sogenannten concurrent Engineering zusammenwirken, sowie die Verkürzung von Entwicklungszeiten und die Reduktion von Kosten lassen dem Entwurf und Test eines Prototypen am Computer eine Schlüsselrolle zukommen. Dabei gewinnen rechnergestützte Modellierungsmethoden, die sich insbesondere für multidisziplinäre mechatronische Systeme eignen, zunehmend an Bedeutung. Eine solche Methode ist die der Bondgraphen. Ursprünglich am MIT, Cambridge, Massachusetts/USA, von Prof. Paynter entwickelt, fand sie in Deutschland bisher relativ wenig Beachtung. Das Buch von Professor Borutzky gibt endlich eine umfassende Darstellung der Prinzipien und des Stands der Technik dieser Modellierungsmethode. Es ist die erste umfassende deutschsprachige Monographie zu diesem Thema und wendet sich sowohl an Studierende als auch an Modellentwickler in der Praxis.

Wegen ihres intuitiv verständlichen Ansatzes hat sich die Modellierung mit Bondgraphen als besonders geeignet in der Lehre erwiesen. Es wird von einer qualitativen Beschreibung der Energieflüsse zwischen Subsystemen ausgegangen. Das Aufstellen und Lösen der Differentialgleichungen, die das dynamische Verhalten beschreiben, kann geeigneter Software überlassen bleiben.

Für die Modellierung komplexer Ingenieursysteme in industriellen Entwurfsprojekten sind Bondgraphen neben anderen Beschreibungsformalismen deshalb von Bedeutung, weil sie eine über alle Energiebereiche hinweg einheitliche, systematische Modellbeschreibung komplexer technischer Systeme ermöglichen und sich somit für die Modellierung mechatronischer Systeme besonders eignen.

Wolfgang Borutzky: Bondgraphen - Eine Methodologie zur Modellierung multidisziplinärer dynamischer Systeme.
erschienen in der Reihe "Frontiers in Simulation" im Verlag SCS European Publishing House, Erlangen, Ghent, 2000, ISBN 1-56555-183-4, 414 Seiten (Preis: 96 Euro, 48 Euro für SCS-Mitglieder).

Eva Tritschler |

Weitere Berichte zu: Bondgraph Modellierung Monographie Simulation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Elektronenstrahlbehandlung von 3D-Objekten
22.09.2016 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

nachricht Elektrochemische Messung: Korrosivität von Kunststoffschmelzen schnell bestimmen
22.09.2016 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben zusammen mit Kollegen der Freien Universität Berlin ein neues Molekül entdeckt: Die Eisenverbindung in der seltenen Oxidationsstufe +4 gehört zu den Ferrocenen und ist äußerst schwierig zu synthetisieren.

Metallocene werden umgangssprachlich auch als Sandwichverbindungen bezeichnet. Sie bestehen aus zwei organischen ringförmigen Verbindungen, den...

Im Focus: Neue Entwicklungen in der Asphären-Messtechnik

Kompetenzzentrum Ultrapräzise Oberflächenbearbeitung (CC UPOB) lädt zum Expertentreffen im März 2017 ein

Ob in Weltraumteleskopen, deren Optiken trotz großer Abmessungen nanometergenau gefertigt sein müssen, in Handykameras oder in Endoskopen − Asphären kommen in...

Im Focus: Mit OLED Mikrodisplays in Datenbrillen zur verbesserten Mensch-Maschine-Interaktion

Das Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP arbeitet seit Jahren an verschiedenen Entwicklungen zu OLED-Mikrodisplays, die auf organischen Halbleitern basieren. Durch die Integration einer Bildsensorfunktion direkt im Mikrodisplay, lässt sich u.a. die Augenbewegung in Datenbrillen aufnehmen und zur Steuerung von Display-Inhalten nutzen. Das verbesserte Konzept wird erstmals auf der Augmented World Expo Europe (AWE), vom 18. – 19. Oktober 2016, in Berlin, Stand B25 vorgestellt.

„Augmented Reality“ (erweiterte Realität) und „Wearable Displays“ (tragbare Displays) sind Schlagworte, denen man mittlerweile fast täglich begegnet. Beide...

Im Focus: OLED microdisplays in data glasses for improved human-machine interaction

The Fraunhofer Institute for Organic Electronics, Electron Beam and Plasma Technology FEP has been developing various applications for OLED microdisplays based on organic semiconductors. By integrating the capabilities of an image sensor directly into the microdisplay, eye movements can be recorded by the smart glasses and utilized for guidance and control functions, as one example. The new design will be debuted at Augmented World Expo Europe (AWE) in Berlin at Booth B25, October 18th – 19th.

“Augmented-reality” and “wearables” have become terms we encounter almost daily. Both can make daily life a little simpler and provide valuable assistance for...

Im Focus: Künstliche Intelligenz ermöglicht die Entdeckung neuer Materialien

Mit Methoden der künstlichen Intelligenz haben Chemiker der Universität Basel die Eigenschaften von rund 2 Millionen Kristallen berechnet, die aus vier verschiedenen chemischen Elementen zusammengesetzt sind. Dabei konnten die Forscher 90 bisher unbekannte Kristalle identifizieren, die thermodynamisch stabil sind und als neuartige Werkstoffe in Betracht kommen. Das berichten sie in der Fachzeitschrift «Physical Review Letters».

Elpasolith ist ein glasiges, transparentes, glänzendes und weiches Mineral mit kubischer Kristallstruktur. Erstmals entdeckt im El Paso County (USA), kann man...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einsteins Geburtsstadt wird für eine Woche Hauptstadt der Physik

23.09.2016 | Veranstaltungen

Industrie und Wissenschaft diskutieren künftigen Mobilfunk-Standard 5G auf Tagung in Kassel

23.09.2016 | Veranstaltungen

Fachgespräch Feste Biomasse diskutiert Fragen zum Thema "Qualitätshackschnitzel"

23.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Korallenthermometer muss neu justiert werden

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie

Doppel-Infektion macht Erreger aggressiver

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie

Synthese-chemischer Meilenstein: Neues Ferrocenium-Molekül entdeckt

23.09.2016 | Biowissenschaften Chemie