Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schneller Drogennachweis im Speichel

19.12.2005


Schon ein bisschen Spucke reicht bald aus, um schneller und genauer als bisher einen Drogenkonsum aufzudecken. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik im brandenburgischen Nuthetal entwickeln ein neues Testsystem in Form eines Biochips, das im Speichel bis zu zehn verschiedene Drogen gleichzeitig nachweisen kann. Es soll unter anderem Notärzten helfen, rasch zu erkennen, ob bei einem Patienten eine Drogenvergiftung vorliegt.


An dem Projekt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, sind neben dem Fraunhofer-Institut die EKF diagnostic GmbH in Barleben/Magdeburg und die EnviteC Wismar GmbH beteiligt. Für den neuen Test wird der Speichel des Patienten mit einer Reagenzlösung vermischt, in der sich Antikörper gegen die getesteten Drogen befinden. Die Antikörper binden an die im Speichel enthaltenen Drogen. Je nachdem, ob und wie viele Drogen im Speichel vorliegen, bleiben dabei mehr oder weniger Antikörper "frei". Anschließend wird die Mischung aus Speichel und Reagenz auf einen Biochip gegeben, der mit Drogen besetzt ist. Die noch freien Antikörper können an die Drogen auf dem Chip binden. Die Antikörper selbst sind mit einem Fluoreszenzfarbstoff markiert, der sich mithilfe eines speziellen Lesegerätes darstellen lässt. Je intensiver die Fluoreszenz auf dem Chip, umso höher ist die Konzentration der Drogen im Speichel. Der Nachweis mehrerer verschiedener Drogen wird möglich, indem man sie an unterschiedlichen Stellen auf dem Chip fixiert.

Für Cannabis funktioniert das neue Testsystem bereits. Es entdeckt die Droge genauer als die bisher verfügbaren Teststreifen. Das Untersuchungsergebnis steht nach spätestens 30 bis 40 Minuten fest. Bald soll auch der Nachweis anderer Drogen wie Kokain oder Heroin möglich sein. Im Unterschied zu den meisten bisher verfügbaren Verfahren erlaubt die neue Technik nicht nur eine Ja/Nein-Antwort, sondern zusätzlich eine Aussage über die Menge der Drogen. Neben Rettungsmedizinern sind auch Blutspendedienste an dem neuen Test interessiert. Drogenabhängige Blutspender könnten schnell erkannt und von der Blutspende ausgeschlossen werden, um Infektionsgefahren durch verunreinigte Blutkonserven auszuschließen. Eine größere Untersuchungsreihe mit dem neuen Drogentest soll in etwa einem Jahr erfolgen. Bis ein marktreifes Produkt zur Verfügung steht, werden noch mindestens zwei Jahre vergehen.

Dr. Nenad Gajovic-Eichelmann | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.ibmt.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Antikörper Biochip Drogennachweis Speichel Testsystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Dresdner Forscher drucken die Welt von Morgen
08.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Neues Verfahren bringt komplex geformte Verbundwerkstoffe in die Serie
23.01.2017 | Evonik Industries AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie