Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von der Maschinenbauschule zur Hochschule für Technik

04.09.2001


Eine Bleistiftzeichnung aus dem Jahre 1913


Das alte Gebäude der FHTE an der Kanalstraße aus heutiger Sicht


88 Jahre Hochschulgeschichte in Esslingen am Tag des offenen Denkmals am 9. September 2001

"I war uff dr Ingeniörschul." Noch heute hält sich der Name Ingenieurschule hartnäckig in Esslingen, obwohl sie schon seit 1971 in Fachhochschule Esslingen umbenannt wurde. Vier Jahre später, als die Fachhochschule für Sozialwesen von Stuttgart nach Esslingen zog, erhielt sie zur besseren Unterscheidung den Namen Fachhochschule für Technik Esslingen. Vor kurzem erfuhr die Fachhochschule nochmals eine Umbenennung. Ganz offiziell heißt sie nun Fachhochschule Esslingen - Hochschule für Technik oder kurz FHTE. Der Zusatz "University of Applied Sciences" zeigt zudem ihre Internationalität.

Seit der Eröffnung der Hochschule im Jahre 1914 hat sich der Name noch öfters geändert. Vier Jahre lang wurde für den Standort Esslingen gekämpft. Das Institut der "Fachschule für Maschinentechniker" an der Königlich Württembergischen Baugewerkeschule in Stuttgart musste dringend erweitert und modernisiert werden. Es fehlte an geeigneten Laboratorien. Die Idee, diese Schule von Stuttgart nach Esslingen zu verlegen, kam Oberingenieur Albert Geiger von der Maschinenfabrik Esslingen. Vor allem war es Kommerzienrat Paul Dick zu verdanken, der durch seine ausdauernden Initiativen die Stuttgarter überzeugte. Hinter ihm standen viele Industrielle der Region Esslingen und der damalige Oberbürgermeister Dr. Mülberger. Die Stadt Esslingen stellte 100.000 Reichsmark und einen Bauplatz zur Verfügung. Günstig war, dass der Bauplatz direkt am Hammerkanal lag. So konnte gleichzeitig die Wasserkraftanlage für Versuchs- und Demonstrationszwecke genutzt werden. Die Elektrizitätswerke Esslingen stellten ihre Dampfzentrale für Lehrversuche zur Verfügung. Eine immense Leistung war die Spendenaktion. 100.000 Reichsmark wurde für den Bau der Hochschule gesammelt, allen voran spendete der Fabrikant Eugen Merkel, Teilhaber der Firma Merkel & Kienlin, 30.000 Reichsmark. Auch kleine Handwerksbetriebe trugen eine Spende bei, denn sie erkannten die Notwendigkeit einer Höheren Maschinenbauschule in der Region, die es in Württemberg noch nicht gab, jedoch in den damaligen Landesteilen Preußen, Sachsen, Bayern und Baden. So bekam Esslingen ihre "Königlich Württembergische Höhere Maschinenbauschule".

Getrübt wurde die Eröffnung jedoch durch den Ersten Weltkrieg. Die ersten drei Seiten der Esslinger Zeitung am 17. Oktober 1914 sind der Besetzung von Belgien gewidmet. Eine Feier war zu dieser Zeit nicht angemessen. Durch die Kriegsjahre bedingt wurde 1916 die Schule geschlossen und im Jahre 1919 mit 400 "Schülern" wieder eröffnet.

Von Anfang an war das Ziel der Ausbildung, junge Leute mit einer praktischen Vorbildung als Mechaniker durch theoretische Vorlesungen, praktische Übungen und Laborversuche so auszubilden, daß sie Maschinen sowohl konstruieren und berechnen als auch im Betrieb betreuen konnten. Es war also eine an der Praxis orientierte Ausbildung auf wissenschaftlicher Grundlage.

Die Schule wuchs ständig weiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg rollte wieder eine Flut von Bewerbungen auf die jetzt genannte "Staatliche Ingenieurschule" zu. Die räumlichen Verhältnisse und die Laboratorien waren in katastrophalem Zustand. Prof. Dipl.-Ing. Georg Tafel, kommissarischer Leiter nach Kriegsende, bat damals die Industriefreunde und ehemalige Absolventen um Unterstützung. Kurz entschlossen wurde im Jahre 1949 der Verein der Freunde der Staatlichen Ingenieurschule Esslingen e.V. (heute Verein der Freunde der Fachhochschule e.V.) ins Leben gerufen. Die zahlreichen Geld- und Sachspenden halfen, den Lehrbetrieb aufzunehmen.

Immer wieder war Thema Nummer 1 der Platzmangel. Ab 1954 bis 1968 wurden weitere Gebäude in der Stadtmitte gebaut, 1979 zog die Wirtschaftsingenieurs- und Informatikausbildung in das Hochschulzentrum in der Flandernstraße um. 1988 baute die FHTE in Göppingen. Inzwischen studieren an der FHTE 3.500 Studierende.

Die Hochschule für Technik war mit seiner praxisorientierten Ingenieurausbildung Vorbild für andere Hochschulen des Landes. Die fundierte Ausbildung hat es den Esslinger Ingenieuren ermöglicht, nach kurzer Einarbeitungsphase verantwortungsvolle Tätigkeiten zu übernehmen. Seit der Eröffnung der Hochschule haben nun 20.600 Absolventinnen und Absolventen den Namen der Hochschule in die Welt getragen. Der Ingenieur "Esslinger Prägung" ist auch heute noch ein Markenzeichen. Nicht umsonst wird die FHTE in den Umfragen der Magazine Spiegel, Stern und Managermagazin auf den ersten Plätzen genannt.

Um die Hochschule und ihre Geschichte näher kennenzulernen, hat die FHTE ihre Pforten am Tag des offenen Denkmals, am 9. September 2001, von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Ab 13 werden stündlich 20-minütige Führungen angeboten.


Weitere Informationen: Cornelia Mack Tel. 0711 397 30 08, presse@fht-esslingen.de

Cornelia Mack | idw
Weitere Informationen:
http://www.fht-esslingen.de

Weitere Berichte zu: FHTE Ingenieurschule Maschinenbauschule

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht 3D-Druck jetzt auch mit Glas möglich
20.04.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Kluge Laserbearbeitungsköpfe im Digitalzeitalter
13.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten