Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vom Geldautomat zum Cash-Center

04.09.2001


Das Fraunhofer Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP) in Saarbrücken hat für Geldautomaten mit Scheineingabe ein Verfahren zur Metallerkennung entwickelt. Das Unternehmen Wincor Nixdorf mit Sitz in Paderborn kann dem Markt damit erstmals Geldautomaten anbieten, in die ein Schutz vor Büroklammern oder Münzen bereits integriert ist. Ohne eine solche Vorrichtung besteht die Gefahr, dass die Bankautomaten Metallteile, die zwischen Geldscheinen klemmen, mit einziehen und dadurch außer Betrieb gesetzt werden.

Stichtag 01.01.2002 - die letzte Etappe der Euro-Einführung stellt Finanzinstitute, Handelsunternehmen und Logistikdienstleister vor eine große Herausforderung. Die Vorbereitung sowie die Umsetzung sind zeitlich befristet und somit nur schwer in den vorhandenen Organisationen abzubilden. Neben dem Austausch der Münzen und Noten müssen sie sich aber auch gegenüber der wachsenden Konkurrenz behaupten.

Die Wettbewerbssituation hat sich für die klassischen Banken und Sparkassen in den letzten Jahren rasant geändert. Neue Wettbewerber drängen auf den Markt und versuchen über kostengünstige Vertriebswege, wie z.B. dem Internet, Kundenpotenziale zu erschließen. Auch was die SB-Terminals - also Geld- und Überweisungsautomaten - betrifft, soll dem Verbraucher mehr und mehr die Möglichkeit gegeben werden, rund um die Uhr seine Finanzgeschäfte abwickeln zu können.


Ein neuer Schritt in diese Richtung ist die Einführung von Geldautomaten, über die man per Eingabefach Geldscheine auf ein Konto einzahlen kann. Die Wincor Nixdorf GmbH & Co. KG mit Sitz in Paderborn hat vor einigen Jahren erfolgreich ihre Ein-/Auszahl- und Recyclingautomaten ProCash CRS und den ProCash 3100 eingeführt. Um dabei Systemausfälle zu vermeiden und Schäden zu minimieren, hat das Fraunhofer Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren in Saarbrücken dazu eine Prüfeinrichtung entwickelt, die erkennen kann, ob in das Eingabefach metallene Fremdkörper wie Münzen, Büroklammern oder Ähnliches eingeworfen werden. Mit dieser neuen Funktion wird der Kunde aufgefordert, den Fremdkörper aus dem Fach zu entfernen, bevor der Geldscheineinzug weiterläuft.

Die Prüfung erfolgt unter Verwendung von Wirbelstromsensoren. Nach Durchführung einer Machbarkeitsstudie wurde die Parameterauslegung des Wirbelstrom-Sensors so optimiert, dass Störgrößen, wie z. B. Bestandteile der Druckfarbe auf den Geldscheinen, unwirksam gemacht wurden. Das Verfahren wurde inzwischen soweit ausgefeilt, dass die Einrichtung seit Juni 2001 in Serie gefertigt werden kann.

Ansprechpartner:
Dr. Rainer Becker
Tel: 0681-9302 3850 


becker@izfp.fhg.de

Susanne Hoffmann | idw

Weitere Berichte zu: Geldautomat Münzen Wincor zerstörungsfreie Prüfverfahren

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Granulare Materie blitzschnell im Bild
21.09.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Sprühtrocknung: Wirkstoffe passgenau verkapseln
01.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften