Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der lernfähige Roboter als Produktionsassistent

01.08.2001


Intelligente Systeme von DaimlerChrysler werden mit dem Menschen zusammenarbeiten

Der lernfähige Roboter namens Clever, den die Forscher von DaimlerChrysler in Berlin entwickelt haben, kann Kaffee servieren: Er orientiert sich im Raum, greift eine Tasse, weicht Hindernissen aus, betätigt die Kaffeemaschine und bringt der ausgewählten Person die gefüllte Tasse. Clever lässt die Tasse erst dann los, wenn er den Gegendruck der menschlichen Hand spürt. Was Clever heute schon kann, wird sein großer Bruder - der Produktionsassistent - in der Automobilproduktion von morgen leisten. Er wird nicht nur Werkstücke in einer Fabrikhalle transportieren können, sondern auch lernen, sich an neue Umgebungen und Aufgabenstellungen anzupassen. Eine Vorstufe dieses Produktionsassistenten ist der autonome Gabelstapler - das erste fabriktaugliche System.

Der Gabelstapler als Roboter Der autonome Gabelstapler fährt selbständig in eine Fabrikhalle, findet bestimmte Transportkisten oder Teile und stapelt sie. Laserscanner - ein zweidimensionaler unten am Roboter, ein dreidimensionaler oben - tasten mit Infrarot in einem Winkel von 180° Grad die Umgebung ab und analysieren, welche Kisten das Gerät aufgreifen soll. Wenn dem Roboter etwas in die Quere kommt, reagiert er innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde: Er stoppt oder weicht aus und vermeidet so Kollisionen. Wichtig für die Arbeit des Gabelstaplers ist, dass er seine Aufgaben hundertprozentig sicher erfüllt. Da er autonom handelt, aber gleichzeitig mit Menschen zusammenarbeitet, darf er sich keinen einzigen Fehler erlauben. Das erfordert eine besondere Technologie: Um Restunsicherheiten in der Handhabung von Stapeln, Kisten oder Teilen auszugleichen, greift der Roboter auf spezielle Sensoren und eine intelligente Informations-verarbeitung zurück. So findet und holt er Objekte wie Kisten auch dann sicher, w enn sie teilweise verdeckt sind. Was er nicht weiß oder kann, wird er ebenfalls erkennen und wenn nötig Hilfe vom Menschen anfordern. Dann kann der Roboter weiter von ihm lernen. Eine Weiterentwicklung dieses Systems ist der industrietaugliche Produktionsassistent, der künftig in der Automobilproduktion eingesetzt werden soll. Assistenten für die Produktion Sinn des mobilen Produktionsassistenten ist es, dem Menschen in einer komplexen Fertigungsumgebung monotone Arbeiten abzunehmen oder zu erleichtern. Der Mensch soll unterstützt, aber nicht ersetzt werden. Zudem wird eine flexiblere und kostengünstigere Produktion möglich, da durch den Roboter neue Aufgaben automatisiert werden können. In einem öffentlich geförderten Projekt untersuchen die Wissenschaftler von DaimlerChrysler die Kooperation von Mensch und Roboter. Denn der Mensch soll den ein- oder zweiarmigen Roboter künftig als intelligenten Helfer nutzen und ihm Aufträge erteilen. Wenn der Produktionsassistent in einer neuen Umgebung eingesetzt wird, ist es nicht notwendig, ihn umzuprogrammieren. Durch die Interaktion mit dem Menschen wird er lernen, sich an ein verändertes Umfeld oder neue Arbeitsaufträge anzupassen. Zusammenarbeit von Roboter und Mensch Der Produktionsassistent hilft dem Menschen, indem er beispielsweise selbständig ein Werkstück aus einem Behälter greift, es zur entsprechenden Bearbeitungsstation bringt und bei der Montage assistiert. Anschließend transportiert er das Werkstück zu einem Inspektions- oder Messplatz. Damit der Produktionsassistent solche Aufgaben erfüllen kann, muss er sehr flexibel sein. Denn die Fabrikumgebung ändert sich oft, Positionen von Transportkisten variieren und die verschiedenen Werkstücke darin sind teilweise unsortiert und ungeordnet. Nur die interaktive und intuitive Belehrung durch den Menschen macht es möglich, dass die Maschine je nach Situation agieren kann: Der Mensch zeigt dem Roboter die Umgebung, speziell ausgezeichnete Plätze, bestimmte Objekte oder das Andocken an Transportkisten bzw. Greife n von Teilen. So kann sich der Produktionsassistent intelligent orientieren und die notwendigen sensomotorischen Fähigkeiten erlernen. Bei allen Aktivitäten bleibt der Roboter jedoch immer unter der Kontrolle des Menschen. Je nach Anforderung wird er Teilarbeiten übernehmen oder vollautonom arbeiten. In Zukunft sollen Teams von Robotern den Fertigungsprozess flexibler gestalten. Darüber hinaus können sie als Unterstützung im PKW-Vertrieb eingesetzt werden: Der Roboter präsentiert dem Kunden Fahrzeuge und hält technische Details zur Information bereit.

Wolfgang.Scheunemann |
Weitere Informationen:
http:// www.media.daimlerchrysler.com/technologie

Weitere Berichte zu: Gabelstapler Produktionsassistent Roboter Transportkiste Werkstück

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Kleben ohne Klebstoff - Schnelles stoffschlüssiges Fügen von Metall und Thermoplast
22.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von Hefe für Demenzerkrankungen lernen

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Sektorenkopplung: Die Energiesysteme wachsen zusammen

22.02.2018 | Seminare Workshops

Die Entschlüsselung der Struktur des Huntingtin Proteins

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics