Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bessere Materialien durch maximale Nachhaltigkeit

09.03.2005


Ein innovatives Verfahren aus Deutschland ermöglicht die Desoxidation von Hochleistungsmetallen bzw. -legierungen zur Herstellung von Produkten von allerhöchster Qualität. Diese Materialen werden in vielen industriellen Anwendungen eingesetzt, so z.B. Magnetlegierungen, Spezialstahl, Titanprodukten, Wasserstofflagerung, Gedächtnis- und supraleitenden Legierungen.


Das Elektroschlackenumschmelzen ist ein hoch spezialisiertes und weit verbreitetes Verfahren der Metallurgie, vor allem in der Stahlherstellung. Eine als Elektrode geformte, gerollte oder gegossene Metallstange wird über eine leitende Schlacke erhitzt und wird so in einer wassergekühlten Kupferform erneut geschmolzen. Das Endprodukt ist ein hinsichtlich der chemischen Zusammensetzung dem ursprünglichen sehr ähnliches Metall, welches aber einen höheren Reinheitsgrad und weniger Einschlüsse aufweist. Derart verbesserte Materialien können als höchst zuverlässige Komponenten in der Automobilindustrie sowie der Luft- und Raumfahrt eingesetzt werden.

Dieses neu entwickelte Verfahren verwendet eine durch ein reaktives Metall angereicherte Schlacke zur Desoxidation von Hochleistungsmetallen und -legierungen, einschließlich Titan, Vanadium, Niob, Superlegierungen und Spezialstahl. Unter bestimmten Bedingungen ermöglicht die reaktive Metalloxidverbindung die Entfernung von Sauerstoff, während sich feste Einschlüsse wie Oxide, Nitride oder Karbide in der Schlacke ansammeln. Unter Ausnutzung der gegebenen Homogenität des Materials und der zuverlässigen Wirtschaftlichkeit der Ressourcen kann das Verfahren sogar in einem herkömmlichen Vakuuminduktionsschmelzofen (Vacuum Induction Furnace - VIM) eingesetzt werden.


Dieses einfache, aus einer Stufe bestehende Verfahren zur kompakten Raffination bzw. zum Sauerstoffentzug bietet eine bessere Nachhaltigkeit, da keine zyklisch aufbrechenden oder hochkomplexen chemischen Prozesse notwendig sind. Folglich können hinsichtlich der Ressourcen wie Wasser oder Energie erhebliche Kosten eingespart und die Umwelt deutlich geschont werden (weniger Emissionen und verminderter Einsatz von Chemikalien). Es werden in der Luft- und Raumfahrt, in der Automobil-, Energie-, und Medizinbranche Partner gesucht, die dieses Verfahren zur Produktion neu entwickelter Materialien bzw. zur Verbesserung der Qualitätsstandards nutzen möchten.

Astrid Strake | ctm
Weitere Informationen:
http://www.zenit.de

Weitere Berichte zu: Luft- und Raumfahrt Metall Nachhaltigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Mitarbeiter der Hochschule Ulm entwickeln neue Methode zur Desinfektion von Kontaktlinsen
17.07.2017 | Hochschule Ulm

nachricht Form aus dem Vakuum: Tiefziehen von Dünnglas eröffnet neue Anwendungsfelder
07.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten