Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

InnoNet Projekt CERPOR verhilft Porenbrennertechnologie zu Marktreife

29.09.2004


Die Porenbrennertechnologie, am Lehrstuhl für Strömungsmechanik der Universität Erlangen-Nürnberg maßgeblich mitentwickelt, steht an der Schwelle zur Marktreife. Damit diese schneller überschritten werden kann, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit das Verbundprojekt CERPOR ins Leben gerufen. Insgesamt 1,2 Millionen Euro werden bereitgestellt, weitere 210.000 Euro bringen die beteiligten Unternehmen auf.


Porenbrennerelemente auf dem Dauerprüfstand. Foto: LSTM


Wirkprinzip der Porenbrennertechnologie. Foto.: LSTM



Im Rahmen von CERPOR sollen Keramikkomponenten für diese neuartige und vielseitige Verbrennungstechnik neu- und weiterentwickelt werden. Die Projektleitung hat der Lehrstuhl für Strömungsmechanik (Prof. Dr. Franz Durst) übernommen, der als technologisches Zentrum der Porenbrennertechnologie gilt. Die entscheidende Innovation dieser Technologie stellt die Verbrennung eines Brennstoff-Luft-Gemisches dar, das nicht mehr in einer offenen Flamme, sondern innerhalb einer porösen Hochtemperaturkeramik aus Siliziumkarbid oder Aluminiumoxid abläuft. Die maßgeblichen Vorteile sind niedrige Schadstoffwerte, eine kompakte Bauweise und eine stabile Verbrennung selbst bei schwankenden Brennstoffeigenschaften; auch Pflanzenöl kann verwendet werden. Porenbrenner sind prinzipiell für zahlreiche Einsatzbereiche in Haushalt, Industrie, Kraftwerken und Kraftfahrzeugen geeignet.



Das größte Hindernis für die Markteinführung stellt derzeit die Lebensdauer der eingesetzen Keramiken dar. Gemeinsam mit mittelständischen Keramikherstellern und Anwendern der Porenbrennertechnologie sollen keramische Bauteile für den Einsatz im Porenbrenner unter dem Gesichtspunkt der Lebensdauer entwickelt und optimiert werden. Die am Projekt CERPOR beteiligten Firmen PTC SA, Duotherm Isoliersysteme und Pritzkow Spezialkeramik sind bislang die einzigen Hersteller von Materialien für Porenbrenner, die unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten für eine Serienproduktion geeignet und den geforderten Belastungen gewachsen sind. Sie verfügen aber nicht über das Instrumentarium an Analysegeräten, das für eine systematische Weiterentwicklung der Materialien und Herstellungsprozesse notwendig ist. Außerdem sind bisher nur stark begrenzte Kapazitäten zur Durchführung von Betriebstests sowie beschleunigten Lebensdauertests vorhanden. Diese sind notwendig, um die Keramiken auf die verschiedenen Einsatzgebiete hin zu optimieren.

In das Verbundprojekt CERPOR sind auch die auf Hochtemperaturkeramiken spezialisierten Institute des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie der Eidgenössischen Materialprüfanstalt (EMPA) in der Schweiz als Kooperationspartner integriert. Die Anforderungen zukünftiger Anwender der Porenbrennertechnologie bringen die Firmen GoGaS, Enginion und DaimlerChrysler bereits in der Entwicklungsphase ein. Sie repräsentieren drei typische Einsatzgebiete: den Großanlagenbau, die Haushaltstechnik und die Kraftfahrzeugtechnik. Während GoGaS als Anlagenbauer einen exakten Lebensdauerzyklus für sehr hohe Temperaturen definieren will, um einen rechtzeitigen Austausch vornehmen zu können, streben Enginion und DaimlerChrysler eine möglichst lange Haltbarkeit an.

Die Implementierung von einfachen Methoden zur Qualitätskontrolle der Keramiken zeigte bereits erste Auswirkungen auf die Lebensdauer. Einfache und bezahlbare Materialtests sollen bereits im Herstellungsprozess eine gleichbleibende Qualität der Keramikbauteile sicherstellen. Alle Qualitätsparameter werden auf Laufzetteln erfasst, um mögliche Ursachen für Schadensfälle ermitteln zu können. Mit den bisher eingeführten Maßnahmen können starke Schwankungen der Materialqualität, die großen Einfluss auf die Langzeitstabilität hat, vermieden werden. Nun wird durch gezielte Untersuchungen und die Weiterentwicklung von Keramikbauteilen eine weitere Erhöhung der Standzeiten angestrebt.

Mit seinem Förderprogramm InnoNet unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit Projekte, die helfen sollen, das Wissen von Forschungseinrichtungen in die praktische Anwendung zu transferieren und gleichzeitig die Marktorientierung der Forschung in öffentlichen und gemeinnützigen Forschungseinrichtungen zu erhöhen. Durch eine intensive Zusammenarbeit von mittelständischen Unternehmen mit den Forschungseinrichtungen sollen Forschungsergebnisse schneller als bisher in marktfähige Produkte und Verfahren umgesetzt werden.

Weitere Informationen

Dipl.-Ing. Alexander Mach
Lehrstuhl für Strömungsmechanik
Tel.: 09131/85 -29499
alexander.mach@lstm.uni-erlangen.de

Heidi Kurth | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-erlangen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Mitarbeiter der Hochschule Ulm entwickeln neue Methode zur Desinfektion von Kontaktlinsen
17.07.2017 | Hochschule Ulm

nachricht Form aus dem Vakuum: Tiefziehen von Dünnglas eröffnet neue Anwendungsfelder
07.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten