Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine Million Euro bis zur Serienreife: Neuer Transferbereich der DFG startet

30.06.2004


Derartige Hohlwellen, die hier im Schnitt zu sehen sind, lassen sich durch das Bohrungsdrücken in einem Arbeitsgang fertigen. Foto: IWU/Ines Escherich


Transferbereich der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der TU gegründet - bis 2007 soll sich das Bohrungsdrücken als neuartige Umformtechnologie in der Praxis durchsetzen


Was Wissenschaftler heute erforschen, sollte von uns morgen oder übermorgen im Alltag nutzbar sein. Jedoch scheitern Forschungsprojekte mitunter an der Überführung der Ergebnisse in die Praxis. Anders an der Technischen Universität Chemnitz: Hier nimmt ein Transferbereich der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) am 1. Juli 2004 seine Arbeit auf. Ziel dieses Vorhabens ist, die wissenschaftlichen Leistungen des ersten Sonderforschungsbereiches (SFB) der TU Chemnitz auf dem Gebiet des Maschinenbaus zur Serienreife zu bringen. Dafür stellt die DFG bis 2007 über eine Million Euro zur Verfügung.

Um die Ergebnisse des seit 1995 laufenden SFB 283 "Prozessketten der Massivumformung unter Aspekten der Produktivität und der Umweltverträglichkeit" für die Industrie nutzbar zu machen, wird dieser Anfang Juli in den Transferbereich 50 "Applikation der Maschinensysteme und Umsetzung der Prozesskette Bohrungsdrücken/Querwalzen" überführt. Im Mittelpunkt steht dabei die neuartige Umformtechnologie des Bohrungsdrückens, mit der beispielsweise Hohlwellen hergestellt werden können. Insbesondere für den Fahrzeugbau ist das Bohrungsdrücken eine wichtige Zukunftstechnologie, da sie die Kosten und den Materialeinsatz im Vergleich zu den herkömmlichen spanenden Verfahren, mit der heute massive Wellen produziert werden, um bis zu 80 Prozent reduziert.


"Dieser Transferbereich ist für Chemnitz ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum produktionstechnischen Zentrum Mitteldeutschlands", freut sich Prof. Dr. Reimund Neugebauer, der Sprecher des SFB 283 und ab Juli des DFG-Transferbereichs 50 ist. An der TU Chemnitz hat Prof. Neugebauer die Professur Werkzeugmaschinen inne und leitet zudem das in Chemnitz ansässige Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU.

Neben der Grundlagenforschung haben die Wissenschaftler der Chemnitzer Uni und des Fraunhofer-Institutes IWU bereits gemeinsam mit dem Chemnitzer Maschinenbau-Unternehmen Niles Simmons Industrieanlagen GmbH den Prototypen einer Maschine zum Bohrungsdrücken gebaut. Um eine Serienfertigung zu erreichen, wird in den kommenden drei Jahren die Prozesskette weiterentwickelt. Darüber hinaus sind neue Berechnungen anzustellen und Steuerungsfragen zu klären. Zu diesem Zweck kommt auch das moderne "Virtual Reality Center Production Engineering" der TU Chemnitz zum Einsatz.

Auf Grund des großen Potenzials des Bohrungsdrückens konnten bereits bedeutende Kooperationspartner aus der Wirtschaft gewonnen werden, darunter Unternehmen wie Buderus AG aus Wetzlar und Hirschvogel Umformtechnik GmbH aus Denklingen. Prof. Neugebauer: "Die Gutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft waren besonders angetan von der beispielhaften Nachwuchsförderung und der damit verbundenen positiven internationalen Ausstrahlung, die der TU Chemnitz durch den zu Ende gehenden Sonderforschungsbereich und den neuen Transferbereich zuteil wird."

Weitere Informationen gibt Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Professor Werkzeugmaschinen der TU Chemnitz, unter Telefon (03 71) 531 - 80 68, und der wissenschaftliche Mitarbeiter Dr. Hartmut Dube unter Telefon (03 71) 5 31 - 22 58 oder per E-Mail wzm@mb.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-chemnitz.de

Weitere Berichte zu: DFG Transferbereich Umformtechnologie Werkzeugmaschine

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Projekt CeGlaFlex: Hauchdünne, bruchsichere und biegsame Keramik und Gläser
24.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Löschbare Tinte für den 3-D-Druck
24.04.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie