Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ultraschalldiagnose für Ventile

03.05.2001


Mikroventile für medizintechnische Geräte sollen lange und störungsfrei funktionieren. Darum wird die Qualität solcher und anderer mechanischer Bauteile mit Ultraschall überprüft. Mit Steckkarte und Software wird
jeder leistungsfähige PC zur Ultraschall-Messstation. Zu sehen auf der Messe »Sensor« in Nürnberg (8.-10. Mai).

Blut fließt oder eben nicht, wenn sich winzige Ventile öffnen oder schließen. In vielen Bereichen der Medizintechnik dosieren sie Flüssigkeits- und Gasströme in den richtigen Mengen und in den vorgesehenen Zeiten. Damit solche Mikroventile auch in Luft- und Raumfahrt über lange Zeiten verlässlich schalten, muss nach der Fertigung ihre Qualität sehr sorgfältig begutachtet werden. Ähnlich wie bei medizinischen Untersuchungen ist Ultraschall hier die Diagnosemethode der Wahl. Ultraschall horcht in den Winzling hinein und zeigt am Computermonitor, ob die Bauteile richtig sitzen. Doch leider entstehen die Bilder bislang nur langsam und mit geringer Auflösung. Bessere Ergebnisse verspricht eine Einsteckkarte zur Ultraschallprüfung, die am Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP entwickelt wurde. Mit ihr wird jeder leistungsfähige PC zur Ultraschall-Messeinrichtung.

»Wesentlich für das schneller aufgebaute und besser aufgelöste Bild sind die hohe Impulsrate, eine Dynamik von 110 dB und die große Bandbreite«, erläutert Dr. Dieter Hentschel von der Außenstelle EADQ des Instituts in Dresden die Vorteile des Ultraschallprüf- und Analysesystems PCUS11. Die Karte erzeugt ein Signal von 500 Volt und gibt es an den Kopf weiter. Bis zu 4 000 Mal pro Sekunde sendet er Ultraschall mit Frequenzen zwischen 500 kHz und 20 MHz aus. Das Echo aus dem Ventil oder einem anderen zu prüfenden Teil erzeugt im Extremfall lediglich ein Signal von wenigen Mikrovolt. Dynamik heißt, bei diesen Spannungsdifferenzen ein vernünftiges Bild zu generieren. »Am Monitor können wir nun beispielsweise beurteilen, ob sich der Ventilstößel richtig von der Gummidichtung trennt. Wenn nicht, wird das Ventil ausgesondert«, erläutert Dr. Hentschel den Fortgang der Prüfung.

Das Fraunhofer-Institut wendet das Prüfsystem gemeinsam mit dem Unternehmen Bürkert GmbH an - einem großen Hersteller von Mess-, Steuer- und Regeltechnik. Die Entwickler am IZFP denken daran, nicht nur Stichproben zu nehmen und sie manuell zu prüfen. Jedes Teil am Fließband soll in Zukunft dank automatischer Mustererkennung kontrolliert werden. Bis dahin können sich Zulieferer für medizintechnische Geräte auf der Messe »Sensor« in Nürnberg (Halle 1, Stand 48) von der Leistungsfähigkeit des Prüf- und Analysesystems überzeugen.

Ansprechpartner:
Dr. Dieter Hentschel
Telefon: 03 51/2 64 82-21, hentschel@eadq.izfp.fhg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Metallisches Fused Filament Fabrication - Neues Verfahren zum metallischen 3D-Druck
12.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM

nachricht Mit dem Laser durchs Gestein: Verfahren für Bohrungen in großer Tiefe senkt Kosten der Geothermie
11.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz