Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verbessertes Management von schweren Störfällen durch Jodchemie

06.01.2004


In einem von der EU finanzierten Projekt wurde jetzt das komplexe Verhalten von Jod in einem Atomreaktor-Containment bei einem schweren Störfall im Detail analysiert. Dazu wurde eine ganze Serie von zuverlässigen Modellen und Codes entwickelt. Die Ergebnisse dürften zur Entwicklung effektiverer Sicherheitssysteme für das Störfallmanagement und zur Erarbeitung der Anforderungen neuer Vorschriften für mögliche Verbesserungen der Reaktorsicherheit beitragen.



Vor den Hintergrund eines zunehmenden Einsatzes von Atomreaktoren zur Energieproduktion wurde auch die Forschung in den Bereichen Störfallverhütung und -management intensiviert. Hier kommt der exakten Prognose über eine mögliche Freisetzung von Radioaktivität als Folge eines schweren Störfalls in einem Atomreaktor größte Bedeutung zu. Somit gilt es, die radiologisch wichtigsten Spaltprodukte eingehend zu studieren.

... mehr zu:
»Jod »Jodchemie »PWR »Störfall »Störfälle


Jod ist, wie man weiß, eines der wichtigsten Elemente, die bei vielen Störfallszenarien eine Rolle spielen können. Bis heute ist das genaue Verhalten von Jod allerdings nur lückenhaft bekannt, vor allem deshalb, weil die Chemie dieses Elements hoch kompliziert ist. Die chemische Formulierung, die Flüchtigkeit und/oder das Verhalten von Jod im Reaktor-Sicherheitsbehälter (Containment) können somit bestimmend für die Schaffung wirksamer Strategien und Bauelemente zur Störfallbegrenzung sein.

Um hier zu fundierten Aussagen zu gelangen, startete Euratom im Rahmen des 5. EU-Rahmenprogramms das Projekt ICHEMM (Iodine Chemistry and Mitigation Mechanisms). Dabei wurde eine integrierte Serie von Experimenten auf diesem Gebiet durchgeführt. Dabei wurden neue experimentelle Daten zum Verhalten von Jod unter bestimmten Bedingungen gewonnen, die direkt mit schweren Störfällen in Systemen sowohl mit Druckwasserreaktor (Pressurised Water Reactor, PWR) als auch mit Siedewasserreaktor (Boiling Water Reactor, BWR) korreliert sind. Diese Daten ermöglichten außerdem die Verbesserung vorhandener und die Entwicklung neuer Modelle und deren Einbindung in vorhandene Verfahrensregeln der Jodchemie.

Konkret wurden erstmals die Zerfallsraten volatiler Formen von Jod quantifiziert, was eine Hilfe bei der Erforschung natürlicher Prozesse zur Schadensminderung sowie der Definition geeigneter Maßnahmen zum Störfallmanagement sein kann. Überdies wurde das Jod-Verhalten bestimmter Materialien und Betriebsbedingungen sorgfältig studiert. Diese Arbeit lieferte Daten und Modelle für zuverlässige Prognosen über PWRs - die Reaktortypen also, die zur kommerziellen Stromerzeugung weltweit am häufigsten eingesetzt werden.

Kontakt

Dr. S. Dickinson
AEA Technology plc
Winfrith technology centre
DT2 8ZE
Dorchester
UNITED KINGDOM
Tel: +44-1305-202855
Fax: +44-1305-202663

| ctm
Weitere Informationen:
http://dbs.cordis.lu/fep-cgi/srchidadb?ACTION=D&SESSION=&DOC=1&RCN=EN_RCN:1293&CALLER=OFFR_TM_DE&TBL=DE_OFFR

Weitere Berichte zu: Jod Jodchemie PWR Störfall Störfälle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht UV-Kugel macht Lackieren einfach und schnell
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Vorzüge von 3D-Druck und Spritzguss kombiniert
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Impfstoff-Kandidat gegen Malaria erfolgreich in erster klinischer Studie untersucht

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Erkheimer Ökohaus-Pionier eröffnet neues Musterhaus „Heimat 4.0“

25.04.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

25.04.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics