Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Testverfahren für Biofilter

08.12.2003


Der ehemalige FH-Student Oliver Ortlinghaus hat mit seinem Testverfahren für Biofilterbeete eine Marktlücke entdeckt.


Frische Landluft kann mitunter ganz streng riechen. Um die stinkenden Abgase zu filtern und in saubere Luft zu verwandeln, setzen viele Landwirte Biofiltersysteme ein. Eine Firma, die diese Filter überprüft und notfalls wieder repariert, ist die "Liutec" (Labor für innovative Umwelttechnik) aus Münster.


Ihr Gründer, Oliver Ortlinghaus, ist ein ehemaliger Student des Fachbereichs Energie * Gebäude * Umwelt der Fachhochschule Münster. Gemeinsam mit Prof. Dr. Hans-Detlef Römermann hatte der Ingenieur schon im Studium die Grundlagen für ein Testverfahren für Biofilterbeete erforscht. Die Geschäftsidee war somit geboren.

"Ich wollte mich schon immer selbstständig machen", erzählt Oliver Ortlinghaus. Auch den Arbeitsschwerpunkt seiner eigenen Firma hatte er schon früh vor Augen: die biologische Abgasreinigung. Bei dieser Art der Abgasreinigung werden so genannte Biobeete angelegt, die mit Heidekraut, Rindenmulch oder Wurzelholz gefüllt sind. Abgase aus der Intensivtierhaltung, der Lebensmittelindustrie oder von Kompostanlagen werden in das Biobeet geleitet und dort durch Mikroorganismen gereinigt.


Nach seinem Studienabschluss im Dezember 2000 sammelte der FH-Absolvent erste Erfahrungen als Freiberufler. Nebenbei tüftelte er an seinem Konzept für die Firmengründung. Sein enger Kontakt zu Prof. Dr.-Ing. Stephan Schirz im Labor für Immissionsschutz und Umwelttechnik (LIU) war dafür hilfreich. Denn dort entwickelte er auf der Basis seiner Diplomarbeit ein Testverfahren für Biofilter. Das Patent für den Test hat er bereits in der Tasche.

"Der Biofilter war bislang immer eine Black Box", so Ortlinghaus. Gemessen werden lediglich die Abgaswerte, die in den Filter geleitet werden, und die Reingaswerte, die nach der Reinigung aus dem Filter strömen. Nur der Filter selbst wird nie bewertet. Mit Ortlinghaus Atmungsaktivitätstest kann dieses Problem behoben werden. Hinweise auf Veränderungen der Biologie im Filter spürt der Test in wenigen Minuten auf. Ein Versagen des Filters und eine teure Instandsetzung kann so verhindert werden. "Das ist nicht nur gut für den Kunden, sondern auch für die Umwelt", meint der Fachmann für Umwelttechnik. Denn nur ein intakter Biofilter verhindert, dass schädliche Abgase Mensch, Tier und Umwelt belasten.

Am 1. Juli gründete Ortlinghaus seine eigene Firma. "Im Bereich der biologischen Abluftreinigung will ich mein Unternehmen zu einem Führenden in Deutschland machen", so Ortlinghaus. In Zukunft will er innovative Biofiltersysteme für die Abgasreinigung in der Lösungsmittel verarbeitenden Industrie oder der Altlastensanierung entwickeln. Außerdem ist er an der Erforschung neuer Trägermaterialien für Biofilter interessiert.

Kirsten Muck | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-muenster.de

Weitere Berichte zu: Abgas Abgasreinigung Biofilter Filter Testverfahren Umwelttechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Kleben ohne Klebstoff - Schnelles stoffschlüssiges Fügen von Metall und Thermoplast
22.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics