Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sauberkeit für unser Trinkwasser

13.11.2003


Flüchtige organische Verbindungen haben im Trinkwasser nichts zu suchen. Jetzt wurden neue Membranen entdeckt, die diese schädlichen Substanzen wirksam ausfiltern, bevor sie den Wasserhahn erreichen.



Flüchtige organische Verbindungen (Volatile Organic Compounds, VOCs) sind organische - also kohlenstoffhaltige - chemische Verbindungen, die bei Zimmertemperatur leicht verdampfen. Diese Substanzen sind zwar überwiegend gering wasserlöslich, können aber Trinkwasser so sehr verunreinigen, dass es für die öffentliche Wasserversorgung nicht mehr nutzbar ist.



Hohe VOC-Konzentrationen können zu Gesundheitsproblemen führen, da sie das zentrale Nervensystem und die Atmungsorgane schädigen. Einige VOCs wie z.B. Benzol besitzen sogar eine nachgewiesene karzinogene Wirkung. Eventuell vorhandene VOCs müssen also unbedingt aus der Wasserversorgung entfernt werden.

Im Programm zur Internationalen Zusammenarbeit (International Cooperation, INCO), das zur Förderung von Kooperationen mit Nicht-EU-Ländern ins Leben gerufen wurde, wurde die Erforschung und Entwicklung neuer Werkstoffe und Verfahren zur Beseitigung von VOCs finanziert. In diesem Projekt leistete die Russische Akademie der Wissenschaften einen entscheidenden Beitrag zur Identifizierung von Polytrimethylsilylpropin (PTMSP) als ein ideales organophiles Material zur Herstellung von Membranen. Diese Membranen treiben VOCs, die in Form gelöster Gase vorliegen, selektiv aus kontaminiertem Wasser aus, das durch das Wasseraufbereitungssystem strömt.

Gleichermaßen wichtig war die Schaffung eines kosteneffektiven Verfahrens zur Herstellung von PTMSP-Membranen, die sich in Form und Größe für industrielle Anwendungen eignen. Dabei tragen Spezialbehandlungen der Membranen wie beispielsweise die Lufttrocknung, dazu bei, eine hohe Qualität des Endprodukts zu gewährleisten.

Tests der Wirksamkeit der Membranen beim Entfernen von Toluol und Dichlormethan zeigten eine gute Übereinstimmung zwischen den Modellen und den experimentellen Ergebnissen. Bemerkenswert ist außerdem, dass das entwickelte Hybridmembransystem skalierbar ist und somit auf die Anforderungen von Wasseraufbereitungssystemen unterschiedlicher Kapazität abgestimmt werden kann.

Was die wirtschaftlichen Aspekte angeht, so beträgt die erwartete Zeit bis zum Erreichen der Rentabilitätsgrenze etwa zwei Jahre. Die Russische Akademie der Wissenschaften betreibt derzeit mit Nachdruck die praktische Nutzung dieser bemerkenswerten Ergebnisse.

Kontaktangaben:

Prof. Vladimir Teplyakov
TIPS, RAS
Head of Laboratory
29, Leninsky prospect, Moscow
Russische Föderation
Tel: +7-095-9554346
Fax: +7-095-2302224
Email: tepl@ips.ac.ru

Prof. Vladimir Teplyakov | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ips.ac.ru

Weitere Berichte zu: Trinkwasser VOC Wasseraufbereitungssystem Wasserversorgung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Staubarmes Recycling wertvoller Rohstoffe aus Elektronikschrott
16.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Mikrostrukturen mit dem Laser ätzen
25.10.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops