Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Öl im Getriebe wird erforscht

12.11.2003


Die Ölströme in Auto-Getrieben erforscht in Zusammenarbeit mit MAGNA STEYR die österreichische Montanuniversität Leoben.



Ein Projekt, das die Ölströme in Verteilergetrieben von Vierrad-Antrieben genau unter die Lupe nimmt, startete des Christian-Doppler-Labor für Rechnergestützte Angewandte Thermofluiddynamik am Institut für Erdöl- und Erdgasgewinnung der Montanuniversität Leoben in Kooperation mit MAGNA STEYR Fahrzeugtechnik. Der dazu notwendige Getriebeprüfstand wurde kürzlich in Betrieb genommen.



Auf der Suche nach dem "idealen" Getriebe

Jegliche Ölströme in mechanischen Systemen wie z.B. Kfz-Getrieben erzeugen hohe Temperaturen, die herunter gekühlt oder abgeleitet werden müssen. Ein "ideales" Getriebe zeichnet sich daher dadurch aus, dass möglichst wenig Öl ausreichende Schmierung erzeugt und gleichzeitig wenig Wärme entwickelt. Gemeinsam stellen sich der Automobilzulieferer MAGNA STEYR und das CD-Labor für Thermofluiddynamik der Aufgabe, ein Simulationswerkzeug für diese Anforderung zu entwickeln. Das Simulationsverfahren soll in der Konzeptphase einsetzbar sein, um teure Entwicklungsschleifen in der Entwicklung zu vermeiden und somit die Entwicklungszeit und Entwicklungskosten zu verringern. Das Projektmittel werden je zur Hälfte MAGNA STEYR und die Christian-Doppler-Forschungsgesellschaft zur Verfügung stellen.

Öltropfen identifizieren

Mit Hilfe eines sogenannten "Particle Image Velocimetry" (PIV) Systems werden, so Laborleiter Prof. Dr. Wilhelm Brandstätter, "die Ölströme im Verteilergetriebe so genau gemessen, dass die einzelnen Öltropfen identifiziert werden können". Für die Messung stellte das CD-Labor ein Verteilergetriebe auf, dessen Innenleben durch eine hoch auflösende Digitalkamera fotografiert wird. Doppelpuls-Laser "beleuchten" durch Fensterscheiben hindurch in kurzen Abständen das Getriebe, sodass die Bewegungen der einzelnen Öltropfen mitverfolgt werden können. Möglich macht das eine spezielle Software, welche die Tropfen identifiziert. Brandstätter: "Damit können derartige Messungen innerhalb von wenigen Minuten ausgewertet werden. Früher dauerten solche Prozesse oft Wochen." Diese neuartigen "flächigen Informationen" veranschaulichen sehr präzise die Ölströme in den Verteilergetrieben. Damit betritt das Leobener CD-Labor in Zusammenarbeit mit MAGNA STEYR Neuland, denn nach Professor Brandstätter sind "derartige Systeme in der Automobilindustrie bislang kaum in Anwendung".

Größtes CD-Labor

Das Leobener CD-Labor für Thermofluiddynamik ist die von insgesamt 33 Labors größte derartige Einrichtung. Eine kürzlich von der CD-Gesellschaft durchgeführte wissenschaftliche Kontrolle ergab, dass die "Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung des CD-Labors zu Lösungen komplexer technologischer Problemstellungen heran gezogen werden können". "Diese führen zu konkreten Verbesserungen in der Praxis."

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Wilhelm Brandstätter, CD-Labor für Thermofluiddynamik, Tel. 03842 402-8200,
E-Mail: sekcdfd@unileoben.ac.at
Dr. Thomas Moshammer, MAGNA STEYR Fahrzeugtechnik, Liebenauer Hauptstrasse 317, A-8041 GRAZ,
E-Mail: Thomas.Moshammer@MagnaSteyr.com


Mag. Thomas Winkler | idw
Weitere Informationen:
http://www.magnasteyr.com
http://gcdw05.unileoben.ac.at/start/index.htm

Weitere Berichte zu: Getriebe MAGNA STEYR Thermofluiddynamik Ölströme

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Startschuss für EU-Projekt: Charakterisierung der Schweißraupe für adaptives Laserauftragschweißen
15.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Innovatives Verfahren zur Aufbereitung von Raps
08.11.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie