Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Automatische Identifikation von Alttextilien

17.02.2003


Alttextilien werden schnell und automatisch identifiziert


Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat mit europäischen Partnern im Rahmen des Verbundprojekts IDENTITEX ein System zur vollautomatischen Identifizierung und Sortierung von Alttextilien erarbeitet. Dieser Prototyp identifiziert Textilmaterialien und -farben im Vorbeilauf anhand ihres charakteristischen Reflexionsspektrums.


Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat mit europäischen Partnern im Rahmen des Verbundprojekts IDENTITEX ein System zur vollautomatischen Identifizierung und Sortierung von Alttextilien erarbeitet.

In der EU werden jährlich ca. 5,8 Millionen Tonnen Altkleider gesammelt, von denen mehr als die Hälfte nicht mehr wiederverwertet werden können. Die umfangreiche stoffliche Verwertung von Alttextilien scheiterte bislang an der mangelnden Genauigkeit und Wirtschaftlichkeit manueller Sortiertechniken. Um diese Lücke zu schließen, haben die Projektpartner ein Gesamtsystem entwickelt, womit der Recyclinganteil bei Textilmaterialien erheblich gesteigert werden kann.


Aufgabe des LZH war die Entwicklung eines Moduls zur automatischen Farb- und Materialidentifizierung. Hierfür wurden drei laserbasierte und spektroskopische Identifikationsverfahren qualifiziert, wobei sich die NIR/VIS-Technologie (Spektroskopie im Nah-Infrarot und sichtbaren Bereich) als am besten geeignet herausgestellt hat. Daraufhin hat das LZH einen NIR/VIS-basierten Prototypen entwickelt.

Dieser Prototyp identifiziert Textilmaterialien und -farben im Vorbeilauf anhand ihres charakteristischen Reflexionsspektrums. Hierzu wird die Textilprobe mit Halogenlicht bestrahlt, ein Streulichtanteil der Reflexionsstrahlung erfasst und anschließend mit einem Diodenzeilen-Spektrometer analysiert. Mit chemo- und photometrischen Methoden werden die Spektren dann klassifiziert und einem Farb- und Materialtyp zugeordnet.
In mehr als zehn Zyklen pro Sekunde identifiziert das Modul sieben verschiedene Stoffarten (Baumwolle, Polyester, Seide, Wolle, Nylon, Viskose, Acetat) sowie zwölf Farbklassen und übergibt die Ergebnisse in Echtzeit an das Sortiermodul. Das Identifikationsmodul wurde zusammen mit dem Vereinzelungs- und Sortiermodul in den IDENTITEX-Prototypen integriert.

Das Projekt wurde von der Europäischen Union im Rahmen des CRAFT-Programms gefördert.
Zukünftige Arbeiten zielen auf die Entwicklung eines schnellen und einfachen Verfahrens zur Überprüfung der Materialzusammensetzung von Bekleidungstextilien auf Basis der Nah-Infrarot-Spektroskopie. Dieses Verfahren soll bei Textil- und Bekleidungsherstellern, Färbereien und im Textilhandel anwendbar sein.

Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) ist eine durch Mittel des niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Technologie und Verkehr unterstützte Forschungs- und Entwicklungseinrichtung auf dem Gebiet der Lasertechnik.

Mehr Information:
Laser Zentrum Hannover e.V.
Herr Michael Botts
Hollerithallee 8
D-30419 Hannover
Tel.: +49 511 2788-151
Fax: +49 511 2788-100
E-Mail: bt@lzh.de

Michael Botts | idw
Weitere Informationen:
http://www.laser-zentrum-hannover.de/de/publikationen/pressemitteilungen/2003.php

Weitere Berichte zu: Alttextilien Identifizierung LZH Sortierung Textilmaterial

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Fraunhofer-Forscher entwickeln Messanlage für ZF-Werk in Saarbrücken
21.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP

nachricht Startschuss für EU-Projekt: Charakterisierung der Schweißraupe für adaptives Laserauftragschweißen
15.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften