Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Helium verrät löchrige Rohre

04.08.2000



Durch undichte Stellen in Fernwärmenetzen versickert Energie ungenutzt im Boden. Fraunhofer-Forscher entwickeln ein neues und kostengünstiges Verfahren, das selbst kleine Löcher während des Betriebs aufspürt.

Durch Lecks in den Rohren von Fernwärmenetzen gehen Energie und teuer aufbereitetes Wasser verloren. Zusätzlich zerstören Feuchtigkeit und eindringende Luft nach und nach die Wärmeisolierung und das Rohrmaterial. Ein neues Verfahren erlaubt es, selbst kleine Löcher zu orten, ohne den Betrieb unterbrechen zu müssen. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen entwickeln eine Methode, die die Suche nach Löchern erheblich vereinfacht, beschleunigt und damit hilft, Kosten zu sparen.

Der Clou ist das Edelgas Helium. Ähnlich einem Duft- oder Farbstoff, wird es in kleinsten Mengen im fließenden Heizwasser aufgelöst. So verteilt es sich gleichmäßig im Leitungsnetz. An undichten Stellen tritt das Gas mit dem heißen Wasser aus und dringt durch die Erde nach oben. Mit einem mobilen Gerät misst ein Techniker die Konzentration in der bodennahen Luft - parkende Autos stören dabei kaum. Dipl.-Ing. Peter Schwerdt erläutert weitere Vorteile des Verfahrens: »Helium ist für Menschen und Umwelt ungiftig. Es lässt sich schon in geringen Konzentrationen leicht nachweisen und kann - da es nicht brennbar ist - ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen eingesetzt werden. Dank seiner kleinen Atome passiert Helium die Umgebung des schadhaften Rohres schnell und begünstigt so seinen Nachweis.« Andere Markierungssubstanzen wie Wasserstoff, FCKW oder Radioisotope werden bisher nur in kleinen Rohrnetzen eingesetzt, da sie deutlich teurer oder problematischer in der Anwendung sind.

Andere Methoden der Lecksuche sind nicht so universell einsetzbar wie das Helium-Verfahren. Feuchtesensoren und Meldedrähte sind oft bereits in moderne Rohre integriert. Einmal verlegt, altern sie jedoch, werden damit unzuverlässig und störanfällig. Bereits verlegte Rohre lassen sich wegen der hohen Kosten nicht nachrüsten. Wärmemessungen in der Umgebung der Rohre, Schallmessungen oder mobile Messraupen in den Rohren sind aufwendig. Zudem muss der laufende Betrieb häufig unterbrochen werden.

Die UMSICHT-Forscher entwickelten ihr Suchverfahren mit Fördergeldern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF. Inzwischen steht eine automatische Anlage bei der Energieversorgung Oberhausen EVO, um dort die Suche nach Lecks zu vereinfachen.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Peter Schwerdt

... mehr zu:
»Energietechnik »Helium »Leck

Telefon: 02 08/85 98 1 73
Telefax: 02 08/85 98 2 90
E Mail:

peter.schwerdt@umsicht.fhg.de

Fraunhofer-Institut fürUmwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT
Osterfelder Straße 3
46047 Oberhausen
Pressekontakt:
Achim Loewen
Telefon 02 08/85 98-1 42
Telefax 02 08/85 98-2 90
E-Mail: loe@umsicht.fhg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Beate Koch | idw

Weitere Berichte zu: Energietechnik Helium Leck

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Dresdner Forscher drucken die Welt von Morgen
08.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Neues Verfahren bringt komplex geformte Verbundwerkstoffe in die Serie
23.01.2017 | Evonik Industries AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten