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Von Sehnen, Bändern, Knorpel und Faszien - CONNECT 2017: internationaler Bindegewebs-Kongress

09.03.2017

Profi-Sportler haben oft damit zu kämpfen, und auch Hobbyathleten kennen sie: Verletzungen von Bändern, Sehnen, Gelenkkapseln oder Muskelfaszien. Das Bindegewebe des Bewegungsapparates ist für Sportverletzungen sehr anfällig. Nach optimalen Behandlungs-und Trainingsmethoden für solche Verletzungen suchen Profi-Trainer, Physiotherapeuten, Sportärzte und Physiologen gemeinsam auf der Tagung „CONNECT 2017- CONNECTIVE TISSUES IN SPORTS MEDICINE“, die vom 16. bis zum 19. März an der Universität Ulm stattfindet.

Profi-Sportler haben oft damit zu kämpfen, und auch Hobbyathleten kennen sie: Verletzungen von Bändern, Sehnen, Gelenkkapseln oder Muskelfaszien. Das Bindegewebe des Bewegungsapparates ist für Sportverletzungen sehr anfällig. Oft werden sie ausgelöst durch Unfälle, aber auch durch Überlastung oder falsches Training.

Um die Trainings- und Behandlungsmethoden zur Vermeidung und Therapie von sportbedingten Bindegewebsverletzungen zu verbessern, konferieren Profi-Trainer, Physiotherapeuten, Sportärzte und Physiologen vom 16. bis zum 19. März auf der Tagung „CONNECT 2017- CONNECTIVE TISSUES IN SPORTS MEDICINE“ an der Universität Ulm.

Das internationale Symposium findet damit zum zweiten Mal in Ulm statt – erneut mit international renommierten Bindegewebsspezialisten und einer Portion fußballerischer Prominenz. Zu den Referenten gehört beispielsweise der DFB-Chefphysiotherapeut Klaus Eder, der unter anderem die deutsche Fußball-Nationalmannschaft physiotherapeutisch betreut.

„Mit seinen `heilenden Händen´ hat er sich vor allem bei der Behandlung des muskulären Fasziengewebes einen Namen gemacht“, erklärt Professor Jürgen Steinacker, Leiter der Sektion für Sport- und Rehabilitationsmedizin am Universitätsklinikum Ulm. Die Ulmer Sportmediziner gehören mit der „Fascia Research Group“ des Klinikums und den Bezirkskliniken Schwaben zu den Organisatoren der Tagung.

Ehrengast der Tagung ist in diesem Jahr Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Der deutsche Sportmediziner und fußballbegeisterte Orthopäde war langjähriger Mannschaftsarzt des FC Bayern München (1977–2015) und betreut seit 1995 die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Vom Präsidenten der internationalen ‚Fascia Research Society‘, Professor Thomas Findley, wird der „Bayern Doc“ Müller-Wohlfahrt am 18. März (11:00 Uhr) im Rahmen der Tagung mit dem „Clinical Pioneer Award“ ausgezeichnet.

Der Fußballarzt gilt als Pionier eines faszienorientierten Behandlungsansatzes, der sich in Diagnostik und Therapie mit diesem besonderen Bindegewebe befasst und damit zahlreiche Sportmediziner inspiriert hat. Besonderes Augenmerk legt er dabei auf das muskuläre Fasziengewebe, also das kollagene Bindegewebe, das Muskelfasern und -gruppen umschließt, und bei schmerzhaften Muskelverletzungen eine wesentliche Rolle spielen kann.

Aber auch Bänder, Sehnen und Knorpelgewebe sollen bei der Konferenz nicht zu kurz kommen. Vorgestellt und diskutiert werden neueste Forschungsergebnisse zu Wirkfaktoren, die die Verletzbarkeit und Kraftübertragungsfähigkeit muskuloskelettaler Bindegewebe beeinflussen. Auf dem Programm steht zudem die Wirkung von Geschlechtshormonen sowie genetischer Faktoren auf die Funktions- und Regenerationsfähigkeit von Bändern, Sehnen und Faszien.

Im Fokus stehen zudem entzündliche Erkrankungen des Bindegewebes. Welche inflammatorischen Prozesse laufen im entzündeten Gewebe ab und wie lassen sich diese in vivo nachweisen und medizinisch behandeln? Durch welche Regulationsmechanismen wird der Muskel-Tonus beeinflusst? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Therapie und Reha von Bindegewebsverletzungen?

Workshops vor und nach der Tagung bieten fachliche Anleitung beim Einsatz modernster Bildgebungsverfahren zur Diagnose unterschiedlichster Bindegewebsverletzungen. Und auch die sportliche Praxis hat im Programm ihren Platz. Instruktionen zur richtigen Lauftechnik, zum bindegewebswirksamen Reha-Training und zur faszienorientierten Physiotherapie sollen bei der wirkungsvollen Prävention und Behandlung von Sportverletzungen helfen.

„Wir wollen außerdem zahlreiche neue Forschungsprojekte anstoßen. Die Ulmer Tagung bietet mit ihrer Vielzahl an unterschiedlichen Akteuren, die sich hier fach- und gebietsübergreifend vernetzen können, beste Bedingungen für neue innovative Ansätze zur Bindegewebsforschung“, ist Steinacker überzeugt.

Weitere Informationen:
Stefanie Eckardt, Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin; Tel. 0731 500 45310; E-Mail: stefanie.eckardt@uniklinik-ulm.de;
Informationen im Netz: www.connect-ulm2017.com

Text und Medienkontakt: Andrea Weber-Tuckermann

Weitere Informationen:

http://www.connect-ulm2017.com

Andrea Weber-Tuckermann | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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