Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hirnforschung: Radiochemie für Diagnose und Therapie Internationale Konferenz zur Radiopharmazie in Aachen

30.04.2007
Über 650 Radiopharmazeuten aus 35 Ländern tagen vom 30. April bis 4. Mai im Aachener Eurogress. Die Entwicklung radioaktiver Moleküle (Radiotracer) für die Früherkennung von Alzheimer und Tumoren wird ebenso Thema sein wie ihr Einsatz in der Hirnforschung.

Gastgeber sind die Radiochemiker des Forschungszentrums Jülich. Zusammen mit der Society of Radiopharmaceutical Sciences veranstalten sie das 17. International Symposium on Radiopharmaceutical Sciences (ISRS).

„In der Medizin ist die Radiochemie heute nicht mehr weg zu denken“, sagt Prof. Heinz H. Coenen vom Forschungszentrum Jülich, „denn für bildgebende Verfahren wie die Positronen-Emissions-Tomographie, kurz PET, sind Radionuklide so essentiell wie der Treibstoff fürs Auto.“ Mit PET können Mediziner verschiedenste Stoffwechselvorgänge im Gehirn sichtbar machen. Einige Substanzen erlauben es, bestimmte Tumore genau einzugrenzen und von Wassereinlagerungen und Entzündungen deutlich zu unterscheiden. Andere zeigen Ablagerungen wie sie bei Alzheimer und anderen Demenzen auftreten

- bereits in sehr frühen Stadien der Krankheiten.

Aber nicht nur Diagnose ist mit den radioaktiv markierten Substanzen möglich, auch in der Therapie werden sie eingesetzt: Während in der Diagnostik eine geringe Strahlendosis erwünscht ist, entwickeln Forscher für die Therapie stark strahlende Substanzen, die lokal Tumorgewebe zerstören. Diese können an operativ schwer zugänglichen Stellen zur Strahlentherapie eingesetzt werden.
Neben der Herstellung der Radionuklide wird es während des ISRS auch um die klinische Überprüfung der damit markierten Radiomoleküle gehen. Die so genannte „Klick-Chemie“, bei der Forscher radioaktive Atome mit einer Art chemischem Schnappverschluss an verschiedene Biomoleküle binden können, ist ein Beispiel für neue, schnelle Herstellungsverfahren der Radiotracer.

Die Jülicher Forscher sind in allen genannten Bereichen aktiv. An einem Zyklotron entwickeln und produzieren sie unterschiedlichste maßgeschneiderte Nuklide. „Wir arbeiten zum Beispiel eng mit den Hirnforschern des Forschungszentrums zusammen und stellen für sie Radiotracer her, mit denen sie die Signalübertragung an Rezeptoren im Gehirn analysieren können“, sagt Coenen. Bei psychischen Erkrankungen wie Depression und Schizophrenie sind diese Prozesse verändert.

Erst im vergangenen Jahr feierte der Bereich Nuklearchemie im Forschungszentrum Jülich sein 40-jähriges Bestehen. „Wir sind eine der Geburtsstätten der Radionuklid- und Radiotracer-Entwicklung in Deutschland. Das hat zum Beispiel zur Folge, dass die überwiegende Zahl der in Deutschland tätigen Radiopharmazeuten in Jülich promoviert hat“, sagt Coenen stolz

Pressekontakt:
Dr. Barbara Schunk, Wissenschaftsjournalistin, Unternehmenskommunikation, Forschungszentrum Jülich Tel. 02461 61-8031/-2388, Fax 02461 61-4666,

E-Mail: b.schunk@fz-juelich.de, a.stettien@fz-juelich.de

Dr. Angela Lindner, Leiterin
Unternehmenskommunikation, Forschungszentrum Jülich, 52425 Jülich Tel. 02461 61-4661, Fax 02461 61-4666, E-Mail: a.lindner@fz-juelich.de

Über das Forschungszentrum Jülich

Das Forschungszentrum Jülich ist mit rund 4.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das größte multidisziplinäre Forschungszentrum in Europa.
Seine Themen spiegeln die großen Herausforderungen der Gesellschaft wider: Erhalt von Gesundheit, Umgang mit Information, Schutz der Umwelt sowie Versorgung mit Energie. Langfristige, grundlagenorientierte und fächerübergreifende Beiträge zu Naturwissenschaft und Technik werden ebenso erarbeitet wie konkrete technologische Anwendungen für die Industrie.

Charakteristisch für Jülich ist, dass sich die Forscher zwei zentraler Schlüsselkompetenzen bedienen: der Physik und des wissenschaftlichen Rechnens mit Supercomputern.

Forschungszentrum Jülich GmbH - 52425 Jülich
- Mitglied der Hermann von
Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher
Forschungszentren - Unternehmenskommunikation
- Telefon 02461 61-4661 - Telefax 02461 61-4666
E-Mail: info@fz-juelich.de - http://www.fz-juelich.de

A. Winkens | Forschungszentrum Jülich GmbH
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen
25.05.2018 | Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung

nachricht Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien
24.05.2018 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics