Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

NanoBio-Europe 2005: Von neuen Methoden der Früherkennung bis zur Therapie von Krankheiten

01.09.2005


Münster, 22.-24. September 2005: Europäischer Kongress für Nanobiotechnologie stellt neueste Forschungsergebnisse vor / Medizinische und pharmazeutische Anwendungen stehen im Fokus


Nanobioanalytik: Kraftmikroskopische Aufnahme einer Zellmembranoberfläche.
Foto: CeNTech GmbH



Kleinste Biegebalken aus Silizium dienen Wissenschaftlern als hochempfindliche Sensoren für den Nachweis von Eiweißmolekülen in einer Blutprobe. Bereits eine Menge von einem billionstel Gramm genügt, um den Miniaturbalken zu verbiegen und einen Ausschlag zu messen. Um bestimmte Zielmoleküle genau zu identifizieren, lassen sich die Balken mit sogenannten Fängermolekülen besetzen, die nur an ausgewählte Substanzen ankoppeln. Diese und weitere Meilensteine der Nanobiotechnologie sind Inhalt des ersten europäischen Leitkongresses NanoBio-Europe, der vom 22. bis 24. September 2005 in Münster stattfindet.



Verbesserte Diagnostik von Krankheiten

Während man früher mit einer Probe nur wenige krankheitsbestimmende Schlüsselwerte bestimmen konnte, ist man heutzutage dank nanoanalytischer Verfahren in der Lage, mehrere 10.000 solcher Werte mit einem einzigen Chip zu detektieren. So können zum Beispiel Tumore aufgrund ihrer Eigenschaften wesentlich schneller in einer einzigen Messung exakt klassifiziert werden und auf dieser Grundlage geeignete Therapien eingeleitet werden. Ziel der Forscher ist die Entwicklung preiswerter und tragbarer Diagnosesysteme, die aus einem Blutstropfen in Minutenschnelle vollständige Informationen, zum Beispiel über Antibiotika-Resistenzen oder Entzündungen, liefern.

Ein neuartiger Test könnte helfen, die Demenzkrankheit Alzheimer zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt als bisher zu erkennen: Mit Hilfe der Nanobiotechnologie wird die Konzentration eines Eiweißes gemessen, welches sich zu Beginn der Krankheit im Gehirn ansammelt. Da die Konzentration des Stoffes äußerst gering ist, bedarf es hochempfindlicher nanoanalytischer Methoden, um einen zuverlässigen Nachweis zu erbringen. Mit neuen Verfahren der Nanobioanalytik ist es nun möglich, auch andere biologische Strukturen im Detail zu untersuchen, die mit Krankheiten wie Parkinson, Creutzfeld-Jakob oder Typ-II Diabetes in Verbindung gebracht werden.

Neue Darreichungsformen für Medikamente

Neben neuen Methoden der medizinischen Diagnostik werden auch völlig neue Therapieansätze und Darreichungsformen auf Grundlage der Erkenntnisse der Nanobiotechnologie entwickelt. Nanopartikel und Nanokapseln finden mittlerweile Einsatz als Transporter von Wirkstoffen. Die Transportermoleküle im Nanomaßstab können mit unterschiedlichen physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften hergestellt werden und Arzneien schonend und effizient bis zu ihrem Wirkort transportieren, ohne den Rest des Körpers zu sehr zu beeinträchtigen.

Eine Reihe von Entwicklungen konzentriert sich auf neue Darreichungsformen für Insulin. Häufig ist das regelmäßige Spritzen dieses lebenswichtigen Proteins für Diabetes-Patienten noch unabdinglich. Mit Hilfe der neuen Transportermoleküle ist es möglich, Insulin kontrolliert abzugeben und so die Lebensqualität des Patienten entscheidend zu verbessern. Einen völlig anderen Ansatz erfordern die Darreichungsformen von Wirkstoffen über die Lunge. In der Entwicklung befinden sich Inhalationsgeräte, die einen nanoskopisch fein verstäubten Aerosolnebel spenden und damit auch noch die tiefstgelegenen Lungenregionen erreichen. Inwieweit auch diese Geräte zur Insulingabe geeignet sind, wird derzeit untersucht.

Erste Adresse für Wissenschaftler und Unternehmen

Hervorgegangen aus den beiden bisher größten europäischen Konferenzen auf dem Gebiet der Nanobiotechnologie, der NanoBioTec - Congress and Exhibition (Münster, 2000-2003) und der NanoBiotechnologies X-France (Grenoble, 2000-2003) präsentiert die NanoBio-Europe die jüngsten Resultate, Entwicklungen und Anwendungen der Nanotechnologie auf dem Gebiet der Life Sciences, Pharmazie und Medizin. Neben namhaften Unternehmen wie Boehringer Ingelheim, Wyeth Pharma, Roche, Degussa, Evotec, General Electrics, Nikon, Zeiss und vielen anderen sind ebenfalls Ansprechpartner der beiden größten EU-geförderten Forschungsnetzwerke zum Thema Nanobiotechnologie vertreten. Ziel der beteiligten Spitzenforscher, Unternehmer, Finanzgeber und Entscheidungsträger ist es, die Wettbewerbsfähigkeit Europas in den Zukunftsfeldern der Nanobiotechnologie zu stärken und neue Impulse für die gezielte Umsetzung von Forschungsergebnissen in Anwendungen und Produkte zu geben.

Claas Sudbrake | idw
Weitere Informationen:
http://www.nanobio-europe.com

Weitere Berichte zu: Diagnostik NanoBio-Europe Nanobiotechnologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni
24.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

nachricht Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet
24.05.2017 | Deutsche Diabetes Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten