Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE) koordiniert Nutrigenomik-Konferenz in Potsdam

28.08.2008
Vom 02. bis zum 05. September findet in Potsdam die fünfte Europäische Nutrigenomik-Konferenz statt.

Die auch als NuGOweek bekannte Tagung wird in diesem Jahr vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) koordiniert. Im Rahmen der NuGOweek 2008 treffen sich über 350 Wissenschaftler, um über die Entwicklung und die neuesten Ergebnisse der Nutrigenomforschung zu diskutieren.

Die Nutrigenomik ist eine junge Wissenschaft, die innerhalb der letzten zehn Jahre stark an Bedeutung zugenommen hat. Sie versucht, die Zusammenhänge zwischen Genen, Ernährung und komplexen, ernährungsassoziierten Erkrankungen wie Krebs oder Diabetes aufzuklären. Informationen zum Veranstaltungsprogramm der wissenschaftlichen Konferenz finden Sie unter:

http://www.nugo.org/everyone/33166

Die Schwerpunktthemen der Konferenz sind:

o (Weiter)entwicklung von Untersuchungsmethoden in der Nutrigenomforschung
o Gene, Ernährung und Dickdarmkrebs
o Gene, Ernährung und Vorhersage des Erkrankungsrisikos für Typ-2-Diabetes
o Molekulare Angriffspunkte zur Behandlung von Übergewicht und Typ-2-Diabetes
o Körpereigene Mechanismen zur Messung und Regulation der Nährstoffkonzentrationen

o Einfluss der Mikronährstoffversorgung auf Erkrankungsrisiken

Hans-Georg Joost, wissenschaftlicher Direktor des DIfE und diesjähriger Vorsitzender des wissenschaftlichen Tagungskomitees, Jürgen Lucas, Vertreter der Europäischen Kommission in Brüssel, sowie Ben van Ommen, Direktor des NuGO-Netzwerks, werden die NuGOweek 2008 am Dienstag, dem 02. September, um 16:15 Uhr im Kongresshotel Potsdam am Templiner See eröffnen.

Das DIfE hat maßgeblich zur Prägung des Begriffs "Nutrigenomik" beigetragen, der heute für einen neuen Zweig der Lebenswissenschaften steht. Die Erkenntnisse der Nutrigenomik sollen unter anderem dabei helfen, die Risiken für ernährungsassoziierte Erkrankungen präziser zu bestimmen sowie eine Basis für personalisierte Ernährungsempfehlungen zu schaffen. "Derzeit sind wir noch weit davon entfernt, Ernährungsempfehlungen zu geben, die die individuelle genetische Veranlagung einer Person berücksichtigen. Dennoch tragen die bisher gefundenen Daten schon jetzt wesentlich dazu bei, die funktionelle Wechselwirkung zwischen Ernährung und Genen besser zu verstehen", erklärt Hans-Georg Joost. Dies sei eine wichtige Voraussetzung, um gut geplante, weiterführende klinische Untersuchungen zu entwickeln.

Die Nutrigenomik erforscht zudem die Effekte einzelner Nahrungsbestandteile wie sekundärer Pflanzenstoffe oder Vitamine auf den Organismus. Die Ergebnisse solcher Untersuchungen könnten in die Pflanzenzüchtung einfließen oder dazu dienen, funktionelle Lebensmittel zu entwickeln.

Der neue Forschungszweig liefert damit für Medizin, Diagnostik und Lebensmittelindustrie interessante Ansätze zur Entwicklung neuer Verfahren und Produkte. Das weltweite Interesse an den grundlegenden Erkenntnissen wie auch an wirtschaftlich verwertbaren Resultaten der Nutrigenomforschung ist daher entsprechend groß.

Hintergrundinformation:

NuGO ist die Abkürzung für "European Nutrigenomics Organisation". Es handelt sich um ein von der EU im 6. Rahmenprogramm gefördertes Exzellenz-Netzwerk. Es soll dazu beitragen, den wissenschaftlichen Austausch und die Zusammenarbeit der im Bereich Nutrigenomik forschenden europäischen Wissenschaftler zu fördern. Den Kern des Netzwerks bilden 23 NuGO-Partner aus zehn europäischen Ländern. Bei ihnen handelt es sich um unabhängige wissenschaftliche Einrichtungen, Universitäten und Unternehmen.

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) wurde 1992 von der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Brandenburg als selbstständige Stiftung des öffentlichen Rechts gegründet und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Gemäß seinem Gründungsauftrag untersucht es die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krankheitsentstehung in einer für Deutschland einzigartigen Kombination von molekularer, klinischer und epidemiologischer Ernährungsforschung. Ziel der Forschungsarbeiten ist es, eine solide wissenschaftliche Basis für Ernährungsempfehlungen zu schaffen sowie neue Präventions- und Behandlungsstrategien zu entwickeln.

Das DIfE untersucht dabei vorrangig die Ursachen und Folgen des Metabolischen Syndroms sowie die Rolle der Ernährung in der Krebsentstehung. Beide Forschungsschwerpunkte können als Hauptherausforderungen der modernen Ernährungsmedizin betrachtet werden.

Bitte beachten Sie auch den kürzlich erschienenen wissenschaftlichen Artikel des DIfE, der erstmalig einen Zusammenhang zwischen genetischer Veranlagung, Ernährung und Diabetesrisiko belegt: Fisher E et al.: Whole-grain consumption and TCF7L2 rs7903146: Gene-diet interaction in modulating Type 2 diabetes risk. British Journal of Nutrition. 2008

Informationsmaterial zum Thema "Nutrigenomik" können Sie unter presse@dife.de anfordern.

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören 82 außeruniversitäre Forschungsinstitute und forschungsnahe Serviceeinrichtungen. Diese beschäftigen etwa 13.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stand 12/2006). Davon sind ca. 5.400 Wissenschaftler (inkl. 2.000 Nachwuchswissenschaftler). Leibniz-Institute arbeiten interdisziplinär und verbinden Grundlagenforschung mit Anwendungsnähe. Sie sind von überregionaler Bedeutung und werden von Bund und Ländern gemeinsam gefördert. Der Gesamtetat der Institute liegt bei mehr als 1,1 Milliarden Euro pro Jahr. Die Drittmittel betragen etwa 225 Millionen Euro pro Jahr. Näheres unter http://www.leibniz-gemeinschaft.de.

Kontakt:

Dr. Gisela Olias
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Institut für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfE)
Arthur-Scheunert-Allee 114-116
14558 Nuthetal/Deutschland
Tel.: +49(0)33 200-88 278/335
Fax: +49(0)33 200-88 503
E-Mail: olias@dife.de

Dr. Gisela Olias | idw
Weitere Informationen:
http://www.dife.de
http://www.nugo.org/everyone/33166
http://www.leibniz-gemeinschaft.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“
15.12.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor
15.12.2017 | inter 3 Institut für Ressourcenmanagement

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik