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Gesund im Alter, Kopfschmerz, Telemedizin, Schwindel: spannende Themen auf Neurologenkongress in Hamburg

27.08.2008
Mehr als 4000 Mediziner aus dem In- und Ausland treffen sich vom 10. bis 13. September 2008 in Hamburg zum 81. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), dem größten deutschsprachigen Neurologenforum. Das Jahrestreffen wird gemeinsam von den norddeutschen Universitätskliniken Kiel, Hamburg und Lübeck ausgerichtet.

Werden Medizin und Gesundheitssystem der wachsenden Zahl neurologischer Erkrankungen angesichts einer zunehmend älteren Bevölkerung gewachsen sein? Schon heute ist eine optimale medizinische Versorgung älterer Menschen nicht mehr selbstverständlich: Immer mehr Patienten stehen immer weniger Neurologen gegenüber.

Zu diesem Trend bezieht der Kongresspräsident und 1. Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), Prof. Dr. Günther Deuschl (Kiel), Stellung und formuliert Lösungsansätze für die Zukunft.

PD Dr. Arne May (Hamburg) zeigt danach Strategien auf, wie auch ältere Menschen ihr Gehirn trainieren können, um möglichst lange aktiv und selbstbestimmt zu leben. May gelang es vor Kurzem erstmals, die Anpassungsfähigkeit (Plastizität) des Gehirns von über 60-Jährigen mit eindrucksvollen Bildern zu belegen.

Prof. Klaus Schmidtke aus Freiburg beschreibt neue Behandlungsmöglichkeiten gegen die wachsende Zahl der Demenzerkrankungen.

Neue Therapien gegen Kopfschmerz und Schlaganfall: Themenpressekonferenz am Mittwoch, 10.September, 10.30 Uhr, mit Live-Demonstration

Die Live-Demonstration einer telemedizinischen Schlaganfall-Konsultation ist einer der Höhepunkte der Themenpressekonferenz am Mittwoch, dem 10. September um 10.30 Uhr. Prof. Dr. Martin Grond (Siegen) wird dabei die Chancen und Risiken dieser Art der Ferndiagnose in der akuten Schlaganfallbehandlung illustrieren. Prof. Werner Hacke aus Heidelberg, frisch gekürter Nonne-Preisträger, gibt einen Überblick über die Möglichkeiten der modernen Medizin unmittelbar nachdem ein Schlaganfall festgestellt wurde.

Prof. Christian Gerloff (Hamburg) erklärt die Eckpunkte eines neuen Schlaganfall-Versorgungsmodells, das derzeit in der Hansestadt eingeführt wird.

Prof. Hans Christoph Diener (Essen) wird die aktuellen Ergebnisse des Kopfschmerzkonsortiums erläutern. Dieser Forschungsverbund widmet sich der Frage, welche Faktoren dazu führen können, dass der quälende Schmerz zum ständigen Begleiter wird (chronifiziert) und er erläutert Möglichkeiten, dies zu verhindern. Rund eine Million Arbeitstage gehen jedes Jahr durch chronischen Kopfschmerz und Migräne verloren. Man geht bei beiden Krankheiten von rund acht Millionen Betroffenen aus.

Parkinson, Schwindel, Off-Label-Use und genetische Diagnostik: Themenpressekonferenz am Freitag, 12.September, 11.00 Uhr

Brandaktuell sind die Ergebnisse der ADAGIO-Studie, die der deutsche Leiter dieser internationalen Untersuchung, Prof. Günther Deuschl vorstellen wird. Die Studie weist erstmals auf einen neuro-protektiven Effekt bei der Parkinson-Krankheit hin. Damit ist die Hoffnung verbunden, dass in Kürze das erste Medikament gegen diese unheilbare Erkrankung zur Verfügung steht, das nicht nur die Beschwerden der Patienten lindert, sondern auch das Fortschreiten der Erkrankung bremsen kann. Weitere Parkinson-Themen, die angesprochen werden, sind die Gentherapie sowie die Tiefe Hirnstimulation.

Prof. Marianne Dieterich (München) widmet sich der wenig bekannten Volkskrankheit Schwindel: Durchschnittlich jeder Dritte erleidet einmal im Jahr einen Schwindelanfall, bei den über 70-Jährigen ist sogar jeder Zweite betroffen. Obwohl der Großteil aller Ursachen gut zu behandeln ist, finden die meisten Patienten erst nach vielen Jahren einen Spezialisten, der ihnen helfen kann.

Der Gebrauch von Medikamenten außerhalb ihrer eigentlichen Zulassung (Off-Label-Use) ist derzeit ein wichtiges Thema in der Neurologie. Damit kann Menschen mit seltenen Krankheiten geholfen werden, gleichzeitig geht der Arzt aber Haftungsrisiken ein. Erstmals wird auf dem Jahreskongress ein Symposium zu diesem Thema stattfinden. Prof. Hans Christoph Diener (Essen) beschreibt die wichtigsten Anwendungen. Ebenfalls im Trend: die genetische Diagnostik. Prof. Christine Klein (Lübeck) wird erklären, wie die Erbgutanalyse bei der Krankheitsvorhersage und der gezielten Therapie, z.B. bei Schlaganfall, Alzheimer oder Bewegungsstörungen (Dystonien), helfen kann.

Geschäftsstelle Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V.:
Prof. Dr. med. O. Busse,
Reinhardtstr. 14, 10117 Berlin,
Tel: 030 531437930, E-Mail: busse@dgn-berlin.org.
Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie e.V. (DGN) sieht sich in der gesellschaftlichen Verantwortung, mit ihren fast 6000 Mitgliedern die neurologische Krankenversorgung in Deutschland zu verbessern. Dafür fördert die DGN Wissenschaft und Forschung sowie Lehre, Fort- und Weiterbildung in der Neurologie. Sie beteiligt sich an der gesundheitspolitischen Diskussion. Die DGN wurde im Jahr 1907 in Dresden gegründet. Sitz der Geschäftsstelle ist die Bundeshauptstadt Berlin.

Frank A. Miltner | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgn.org
http://www.dgn2008.de

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