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Wenn die Angst bleibt - Posttraumatische Belastungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen

17.06.2008
Vernachlässigung, Missbrauch, Unfälle, häusliche Gewalt - traumatische Erlebnisse können die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen stark beeinträchtigen. Deutsche und internationale Experten schulen in einem Symposium am Mittwoch, den 18. Juni 2008, Psychologen und Psychiater in einem neuen Therapieansatz bei posttraumatischen Belastungsstörungen.

Etwa 70 Prozent aller Kinder und Jugendlichen haben in den zurückliegenden zwölf Monaten ein Trauma erlebt. Abhängig vom Ereignis selbst, vom Lebensalter der Kinder und der Häufigkeit solcher Erfahrungen können sie in der Folge posttraumatische Belastungsstörungen entwickeln.

Diese äußern sich durch ein ständiges Wiedererleben der Situation, Alpträume, allgemeine Erregungs- oder Angstzustände, Vermeidungsstrategien oder auch Abgestumpftheit. "Solche Störungen können die Entwicklung von Kindern beeinträchtigen oder im Erwachsenenalter Ursache für Depressionen oder Suchterkrankungen werden", erklärt Prof. Dr. Lutz Goldbeck, Leitender Psychologe der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie / Psychotherapie, der das Symposium organisiert.

Das Symposium stellt einen verhaltenstherapeutischen Ansatz aus dem anglo-amerikanischen Raum vor ("Trauma-Focused Cognitive Behavioral Therapy, TF-CBT"), dem internationale Studien bisher die besten Erfolge bescheinigen, der in Deutschland aber noch wenig verbreitet ist. In Zusammenarbeit mit den Eltern können dabei in etwa zehn Sitzungen deutliche Verbesserungen erreicht werden.

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Die Therapie verbindet mehrere Komponenten: "Bei den Kindern und Jugendlichen soll Verständnis für das eigene Verhalten geweckt werden, so dass sie ihre eigenen Reaktionen nicht für unnormal halten", erläutert Professor Goldbeck. "Weitere Therapiebausteine sind unter anderem, verzerrte Gedanken wie Schuldgefühle zu korrigieren, die Kinder bei einer bewussten Erinnerung und Verarbeitung des Erlebten zu begleiten und dadurch das Trauma aufzulösen", so Goldbeck.

Die Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie / Psychotherapie will bessere Versorgungsstrukturen für die Behandlung posttraumatischer Belastungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen aufbauen. Im Februar wurde bereits eine Trauma-Ambulanz eröffnet, die enorme Nachfrage zu verzeichnen hat. Geplant ist außerdem eine große Studie zu dem Thema, die an mehreren Standorten in Deutschland durchgeführt werden soll.

Symposiums-Referenten sind Judy Cohen, M.D., und Anthony Mannarino, PhD, zwei renommierte Kinder- und Jugendpsychiater aus Pittsburgh, USA, sowie Ramòn Lindauer, M.D., Traumaexperte an der Universitätsklinik Amsterdam, Prof. Dr. Rita Rosner, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Psychotraumatherapie von der Ludwigs-Maximilians-Universität München, und Professor Goldbeck. Das Symposium findet in englischer Sprache statt. Wenn Sie teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte bei der Pressestelle an. Gerne vermitteln wir Ihnen auch einzelne Gespräche.

Ansprechpartner ist Prof. Dr. Lutz Goldbeck, Tel: 0731 - 500 61636

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Universitätsklinikum Ulm
Albert-Einstein-Allee 29
D - 89081 Ulm
Tel.: +49 - (0)731 - 500 43025
Fax: +49 - (0)731 - 500 43026
Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de

Petra Schultze | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinik-ulm.de
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