Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Experten der Schlaganfall-Forschung tagen in Magdeburg

14.05.2008
Bereits zum fünften Mal laden Magdeburger Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität und des Leibniz-Instituts für Neurobiologie vom 17. bis 20. Mai dieses Jahres die internationale Fachwelt auf dem Gebiet der Schlaganfall-Forschung zu einem Symposium "Cerebral ischemia and stroke" ein.

Mehr als 250 Experten aus europäischen Staaten, den USA, und Japan sowie aus Indien, Südamerika, aber auch aus Fernost, wie Taiwan, China, Korea, und sogar aus Neuseeland, haben bereits ihre Teilnahme angemeldet.

Schlaganfall steht als Ursache von krankheitsbedingter Invalidität an erster Stelle in der Europäischen Union und stellt eine große Herausforderung an das Gesundheitssystem dar. Alarmierend ist auch die prognostizierte Zunahme der Häufigkeit dieser Erkrankung aufgrund der raschen Zunahme des Durchschnittsalters der Bevölkerung.

Eine der bisher nur unbefriedigend gelösten Fragen ist die, ob sich der Verlust von Nervenzellen bei Schädigungen des Gehirns nach Schlaganfall durch Medikamente aufhalten lässt. Bisher können nur gefäßverstopfende Blutgerinnsel medikamentös beseitigt werden. Ein direkter Schutz der Nervenzellen hat bislang keinen Einzug in die klinische Praxis gehalten.

Erwartet werden auf der Tagung Vorträge zur Rolle entzündlicher Mechanismen, welche durch intrazelluläre Kontrolle von Schaltproteinen Nervenzellen am Leben halten. Weitere Vorträge werden darlegen, dass auch die Fortschritte bei der Aufklärung des humanen Genoms hier neue Wege zeigen, Nervenzellen molekular schützen zu können.

Magdeburger Forscher werden ihre neuesten Ergebnisse über die an Schädigung und Schutz beteiligten extra- und intrazellulären Signalwege in Nervenzellen vorstellen, die Gegenstand ihrer Forschungsprojekte sind, die auch im Rahmen der Exzellenzinitiative des Landes Sachsen-Anhalt in einem Verbundprojekt "Experimentelle Schlaganfallforschung" gefördert werden.

Ein weiterer Schwerpunkt der diesjährigen Tagung wird wieder die "Neuroreparatur" mittels Stammzellen sein. Hier soll insbesondere diskutiert werden, ob und unter welchen Bedingungen auch endogene Stammzellen als hirneigenes "Ersatzteillager" dienen und ob sie damit Funktionsausfälle nach Nervenschädigung reparieren können. In dem im ZENIT Magdeburg angesiedelten Forschungsinstitut Angewandte Neurowissenschaften (FAN) wurden neue Erkenntnisse gewonnen, wonach ein im Tierversuch simulierter Schlaganfall zur Induktion der Stammzellproliferation und Neuronen-Neubildung führt. Ein Problem stellt derzeit noch das Langzeitüberleben der neu gebildeten Zellen dar.

Nach Auskunft der Organisatoren der Tagung, Prof. Dr. Georg Reiser, der diese Veranstaltung gemeinsam mit Prof. Dr. Klaus Reymann vom An-Institut FAN durchführt, werden in einer Runden Tisch-Diskussion zum Abschluss der Konferenz durch ein internationales Expertengremium die Möglichkeiten und Zukunftschancen der unterschiedlichen Strategien für die Behandlung des Schlaganfalls - Neuroprotektion und/oder Neuroreparatur - besprochen. Diskutiert werden insbesondere die Möglichkeiten, neu entdeckte Wege in den Entzündungsprozessen in den durch Schlaganfall gestörten Gehirnarealen zu steuern. Damit soll das Absterben der Neuronen verhindert, oder auch endogene Neuroprotektion für neuartige therapeutische Zielstrukturen zu entwickelt werden.

Die Tagung wird nicht nur eine interessante Veranstaltung im neurowissenschaftlichen Programm der Universität Magdeburg, sondern nach Auskunft von Prof. Reiser, dem Direktor des Instituts für Neurobiochemie der Medizinischen Fakultät, mit bereits 250 registrierten Wissenschaftlern zunehmend ein Highlight der internationalen Wissenschaftskongresse, das immer mehr Teilnehmer für dieses hochaktuelle Thema der medizinischen Forschung begeistert.

Die Tagung findet in Magdeburg im Parkhotel-Herrenkrug statt und wird am 17. Mai 2008 um 13.30 Uhr offiziell eröffnet.

Nähere Informationen:
Verantwortlich als Hauptorganisator:
Prof. Dr. Georg Reiser;
Institut für Neurobiochemie
Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg; 39120 Magdeburg;
Tel -0-391-67-13088; 0175-1623030
e-mail: georg.reiser@medizin.uni-magdeburg.de
und Prof. Dr. Klaus Reymann
Tel. 0163/6275600; 01636-275600
e-mail: reymann@ifn-magdeburg.de

Kornelia Suske | idw
Weitere Informationen:
http://www.neurorepair-2008.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Veranstaltungsnachrichten:

nachricht Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel
02.12.2016 | Münchner Kreis

nachricht Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen
01.12.2016 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie