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Hightech aus Europa für Europa im Avensis 2.0 D-4D

01.08.2006
Toyotas neue Fabrik für Dieselmotoren stellt sich vor

Zur Strategie und zum Selbstverständnis der Toyota Motor Corporation gehört es, Fahrzeuge dort zu gestalten, zu entwickeln und zu bauen, wo sie verkauft werden sollen. Der zweitgrößte Automobilhersteller der Welt hat sein europäisches Engagement in den vergangenen Jahren mit großem Erfolg ausgeweitet und dabei insgesamt mehr als sechs Milliarden Euro investiert. Inklusive aller Tochtergesellschaften und nationalen Vertriebsorganisationen beschäftigt Toyota heute rund 55.000 Mitarbeiter in Europa. Wichtige Volumenmodelle wie Avensis, Corolla und Yaris werden im Designzentrum ED2 in Südfrankreich entworfen, im Forschungs- und Entwicklungszentrum in Belgien zur Serienreife gebracht und anschließend in sieben Montagewerken in ganz Europa produziert. Jüngstes Mitglied im Kreis der europäischen Toyota-Standorte ist das polnische Werk "TMIP" (Toyota Motor Industries Poland) in Jelcz-Laskowice, südöstlich von Wroclaw (ehemals Breslau).

Toyota investierte 200 Millionen Euro in das Werk. Im Oktober 2002 wurde der Grundstein gelegt, und bereits im März 2005 startete die Produktion bei TMIP, das als eines der weltweit modernsten Dieselmotorenwerke gelten kann. Alle Dieselmotoren für die Baureihen Avensis, Corolla Verso und RAV4 werden künftig hier gefertigt. Schon jetzt laufen bei TMIP sowohl der 2,2-Liter Turbodiesel mit dem wegweisenden Abgasreinigungssystem Toyota D-CAT als auch der brandneue 2,0-Liter D-4D mit serienmäßigem Rußpartikelfilter vom Band. Letzterer kommt im neuen Toyota Avensis erstmals zum Einsatz.

TMIP beherrscht die komplette Bandbreite der Motorenprodutkion - von der Gießerei bis zum Prüfstandslauf. Die Motorgehäuse und die Zylinderköpfe der Dieselmotoren werden komplett aus Leichtmetall gegossen und mit speziellen Laufbüchsen aus Gusseisen versehen. Das Motorgehäuse entsteht in Aluminium-Druckguss, einem Präzisionsgießverfahren, das vor allem dann Anwendung findet, wenn kompliziert geformte Teile mit hoher Oberflächengüte und Maßhaltigkeit gefertigt werden sollen. Der Aluminum-Zylinderkopf entsteht im Kokillenguss-Verfahren, das bezüglich Materialdichte und Festigkeit optimale Ergebnisse garantiert. Die durch den konsequenten Einsatz von Aluminium erzielte Gewichtsersparnis senkt Verbrauch und Emissionen und steigert gleichzeitig die Dynamik des neuen Toyota Avensis, indem sie eine ausgeglichene Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse begünstigt.

Wesentliche mechanische Bauteile wie Nockenwellen, Kurbelwellen, Kolben und Pleuel werden von Zulieferern als Rohlinge angeliefert. Um höchste Präzision sicher zu stellen, werden einige dieser Bauteile auf insgesamt sechs Bändern bei TMIP maschinell endbearbeitet. "Just in Time" werden alle fertigen Motorteile und Komponenten anschließend an die einzelnen Stationen des Montagebandes geliefert.

Qualitätssicherung ist das oberste Gebot in der Steuerung des Fertigungsprozesses. Toyota hat dafür bei TMIP eine Vielzahl von Kontroll- und Prüfstationen eingerichtet. An Schlüsselstellen in der Montagekette wird jeder einzelne Motor gecheckt. Zu festgelegten Zeiten werden mehrmals pro Schicht nach dem Zufallsprinzip Teile aus der Produktion genommen und komplett auf Herz und Nieren geprüft. Jeder fertige Motor verlässt das Werk erst dann, wenn er seinen abschließenden Prüfstandslauf fehlerfrei absolviert hat. Zur Qualitätssicherung gehört auch, dass Mitarbeiter, die während der Montage ein Problem erkennen, sofort mittels einer Reißleine das Band anhalten, damit der Fehler sofort und nachhaltig behoben werden kann. Diese kontinuierliche Überprüfung und Verbesserung des Produktionsablaufs (japanisch: "Kai-zen") ist ein Kernbaustein des Toyota Produktionssystems ("TPS") und wird weltweit konsequent angewandt.

TPS wird weltweit als einer der Garanten für die sprichwörtliche Toyota Produktqualität angesehen. Es zeichnet sich durch hohe Effizienz und Produktivität aus und vermeidet im Fertigungsprozess jegliche Art von Verschwendung, sei es an Material, Arbeitszeit, Energie oder Raum. Das Werk TMIP spart beispielsweise in der Gießerei große Mengen an Energie, indem das Aluminium für die Motorgehäuse und Zylinderköpfe bereits mit einer Temperatur von etwa 100 Grad Celsius angeliefert und ohne lange Warteschleifen verarbeitet wird. Durch die "Just in Time"-Produktion werden nicht nur Lagerkosten, sondern auch Arbeitsschritte beim Transport eingespart.

Hochwertigste Komponenten und ein bis ins Detail präzise gesteuerter Arbeitsablauf sind eine Voraussetzung für die Fertigung von Hightech-Bauteilen wie den neuen Toyota Dieselmotoren. Der 2.2 D-CAT beispielsweise gehört zu den leistungsfähigsten und saubersten Triebwerken für Diesel-Pkw weltweit. Seine Leistungsdaten sprechen für sich: Aus 2.231 cm³ Hubraum entwickelt er 177 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern.

Der Kraftstoff wird über ein Common-Rail-System und Piezo-Injektoren mit bis zu 1.800 bar direkt in die Brennräume eingespritzt. Diese Technologie erlaubt bis zu fünf Einspritzvorgänge pro Verbrennungstakt. Durch diese feine Portionierung des Kraftstoffs wird ein optimaler Verbrennungsablauf mit geringstmöglicher Abgas- und Geräuschentwicklung garantiert. Die per elektronischer Steuerung an jede Fahrsituation optimal angepasste Kraftstoff-Einspritzung äußert sich nicht nur in einem besonders kultivierten Motorlauf und hoher Fahrdynamik, sie senkt auch den Kraftstoffverbrauch. Der neue Avensis mit 2,2-Liter D-CAT beschleunigt in 8,6 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 220 km/h Spitze, benötigt im Schnitt aber nur 6,1 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Für saubere Abgaswerte sorgt das wegweisende Toyota D-CAT System. Es reduziert gleichzeitig die bei allen Dieselmotoren kritischen Stickoxid- und Rußpartikel-Emissionen.

Selbstverständlich erfüllt der Avensis 2.2 D-CAT die Euro 4 Norm. Den Grenzwert für Stickoxide unterschreitet er dabei um bis zu 50 Prozent, den Grenzwert für Rußpartikel sogar um rund 80 Prozent.

Auf der gleichen Leichtmetall-Konstruktion basiert der neu entwickelte 2,0-Liter Turbodiesel des Avensis 2.0 D-4D. Er leistet 93 kW (126 PS) und liefert ein maximales Drehmoment von 300 Newtonmetern. Der neue Avensis beschleunigt mit diesem Motor in 10,3 Sekunden auf Tempo 100, erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h und begnügt sich im Durchschnitt mit nur 5,8 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer (vorläufige Werte). Auch der neu entwickelte 2,0-Liter D-4D unterschreitet dank einer serienmäßigen, höchst effizienten Abgasreinigung mit wartungsfreiem Rußpartikelfilter und Oxidationskatalysator mühelos die Grenzwerte der Abgasnorm Euro 4.

Toyota ist seit Jahrzehnten bekannt für die hervorragende Zuverlässigkeit seiner Motoren. Garant dafür sind die hohen Qualitätsanforderungen, die Toyota an jedes seiner Werke ebenso stellt wie an dessen Zulieferer. Die Mehrheit der Zulieferer für die bei TMIP gefertigten Dieselmotoren sind europäische Unternehmen, darunter namhafte deutsche Firmen: Komponenten für das Einspritzsystem beispielsweise stammen von Bosch, Kupplungen von LuK, Pierburg liefert Unterdruckventile, und Mahle produziert die Kolben.

Im laufenden Jahr plant Toyota, 114.000 Dieselmotoren bei TMIP zu bauen und die Zahl der Mitarbeiter auf rund 1.000 zu erhöhen. 2007 soll die maximale Produktionskapazität von 180.000 Dieselaggregaten erreicht werden - genug, um alle in Europa gefertigten Toyota Bestseller wie den Corolla Verso, den RAV4 und auch den neuen Avensis damit auszurüsten.

Bei aller Ausrichtung auf Effizienz und Produktivität stehen die Mitarbeiter und ihre Eigenverantwortung im Mittelpunkt der Toyota Produktionsphilosophie. Entsprechend zählen kontinuierliche Schulungen, Weiterbildungsveranstaltungen und Qualifikations-Workshops zu den festen Bestandteilen der Personalstrategie. Zudem werden alle Mitarbeiter ermutigt, durch kreative Verbesserungsvorschläge die Arbeitsabläufe weiter zu optimieren und so einen wichtigen Beitrag zur effizienten Fertigung qualitativ hochwertiger Produkte zu leisten.

Die hohen Standards des Toyota Produktionssystems gelten ohne Einschränkung in allen Toyota Werken - ob im französischen Valenciennes, wo der Yaris gebaut wird, in der Türkei, wo Corolla Combi und Corolla Verso vom Band laufen, oder in den britischen Werken Deeside und Burnaston, wo neben Benzinmotoren und dem neuen Avensis auch der Corolla mit Schrägheck gefertigt wird. Die Werke in Großbritannien und der Türkei nahmen bereits in den 90er Jahren den Betrieb auf. Seit 2001 sind Werke in Frankreich, Polen und der Tschechischen Republik hinzugekommen.


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