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Packeis-Mangel bedroht Sattelrobben

29.03.2007
Eröffnung der Jagdsaison zusätzliche Gefahr für die Population

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Der milde Winter bedroht die Sattelrobben-Population im Osten Kanadas. Ursache dafür sind die verhältnismäßig warmen Wassertemperaturen im St. Lawrence Golf, welche die Bildung von Packeis erschweren. Jungrobben sind so lange auf Packeis angewiesen, bis sie Schwimmen gelernt haben. "Fehlt das Packeis, drohen die Robbenbabys zu ertrinken", sagt die Meeresbiologin Antje Helms von Greenpeace auf Nachfrage von pressetext. "Ein solch warmer Winter kann die Größe der Robben-Population deshalb erheblich reduzieren." Weitere Gefahr droht den Seehunden durch kommerzielle Jäger - die Bekanntgabe der diesjährigen Fangquoten durch das kanadische Fischereiministerium wird für die kommenden Tage erwartet.


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Die Jagd auf die Sattelrobben wird in der Regel Ende März eröffnet. "Offensichtlich fürchten sich die Verantwortlichen bislang jedoch vor den öffentlichen Protesten, die einer Bekanntgabe der Fangquoten in jedem Fall folgen werden," sagt Helms. Denn in diesem Jahr sei die Lage besonders prekär. "Wir haben zwei Tage lang große Gebiete überflogen," sagt Sheryl Fink vom International Fund for Animal Welfare gegenüber dem NewScientist. "Dort, wo nun eigentlich tausende Seerobben mit ihren Jungen sein müssten, haben wir kaum Seehunde entdeckt." Sattelrobben gebären ihre Jungen auf dem Packeis und harren dort so lange aus, bis ihre Jungen sich selbst ernähren und schwimmen können. Schätzungen zufolge sterben während eines warmen Winters, in dem sich zu wenig Packeis bildet, bis zu drei Viertel aller Robbenbabys.

Wenn die Jagdsaison beginnt, könnte es für den Robben-Nachwuchs allerdings noch schlimmer kommen. Denn nach Angaben von Greenpeace sind 95 Prozent der getöteten Seehunde zwischen zwölf Tagen und vier Monaten alt. Robben liefern Öl und begehrte Felle. Das kanadische Fischereiministerium argumentiert, die Jagd sei erforderlich, um die Kabeljau-Bestände zu retten. Umweltschützer zweifeln jedoch an dieser Interpretation. Erlaubt ist die Tötung der Robben erst ab einem Alter von zwei Wochen, wenn die Tiere begonnen haben, ihr weißes Babyfell abzulegen. Nach Beobachtungen konzentrieren sich die Seerobben in diesem Jahr auf das nördliche Gebiet des St. Lawrence Golfs. "Die Robben werden deshalb eine leichte Beute für ihre Jäger", sagt Fink. Im vergangenen Jahr wurden etwa 335.000 Seerobben getötet."Der Startschuss zur Jagdsaison ist nur eine Frage der Zeit," sagt Helms. "Da vor allem der Nachwuchs getötet wird, kann sich die Population nur langsam wieder regenerieren."

Christoph Marty | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.greenpeace.at/
www.ifaw.org

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