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WWF stellt Studie über Gefahren für die Meeresumwelt durch Schifffahrt und Fischerei vor
Die Meeresumwelt im Nordostatlantik und in der Ostsee ist durch Fischerei, wachsenden Schiffsverkehr und hohe Schadstoffeinträge stark geschädigt: Eine Vielzahl der Meeresvögel und -säugerbestände haben stark abgenommen, viele Fischbestände sind überfischt und wertvolle Lebensräume sind zu weiten Teilen gestört oder bereits zerstört. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die der WWF heute anlässlich der am Mittwoch startenden internationalen Ministerkonferenz zum Schutz von Nordostatlantik und Ostsee in Bremen vorgestellt hat. Der WWF appelliert an die Umweltminister, endlich die dringenden Maßnahmen zu ergreifen, um diese empfindlichen Lebensräume langfristig zu schützen.
"Die Umweltminister müssen dringend ein Netzwerk von Meeresschutzgebieten ausweisen", so Stephan Lutter vom WWF. "Für diese Gebiete müssen wirksame Maßnahmen zum Schutz empfindlicher Tiere und Pflanzen vor Schädigung durch Fischerei oder Schifffahrt festgelegt werden."
Viele der bis zu 4.500 Jahre alten Kaltwasserkorallenriffe wurden durch die Bodenfischerei zertrümmert. Jährlich fallen allein in der südlichen und zentralen Nordsee über 7.500 Schweinswale als Beifang der Stellnetzfischerei zum Opfer. Darüber hinaus werden in der Nordsee jährlich etwa 150.000 Tonnen nicht marktfähiger Fische und 85.000 Tonnen wirbellose Tiere als Beifang tot oder sterbend wieder zurück ins Meer geworfen. Der Kabeljaubestand in der Nordsee ist bereits zusammengebrochen, Scholle und Schellfisch sind stark überfischt. Nach Ansicht des WWF müssen sich die Umweltminister dafür einsetzen, dass die Fischereiflotten verringert und umweltschonende Fischereimethoden sowie Wiederaufbaupläne für zusammengebrochene Bestände umgesetzt werden.
Zu der Bedrohung durch die Fischerei kommt die Verschmutzung durch gefährliche Stoffe, die von Chemikalien über radioaktive Substanzen bis hin zu Öl reichen. Durch den zunehmenden Schiffsverkehr in Nordostatlantik und Ostsee steigt die Gefahr einer Ölkatastrophe ständig. Bereits jetzt ist durch die Vielzahl von Ölunfällen die Zahl der Eisenten im Nordostatlantik stark zurückgegangen, durch den Tankerunfall der Prestige ist vor der Küste Spaniens der Mittelmeer- Sturmtaucher verschwunden.
"Bei einem großen Tankerunfall wäre das Leben in Nord- und Ostsee innerhalb von Tagen für Jahrzehnte zerstört", warnte Stephan Lutter. Der WWF fordert die Umweltminister auf, sich auf die Ausweisung der Ostsee sowie die Fahrwasser des Nordostatlantik von Schottland bis Gibraltar als Besonders Empfindliches Seegebiet (PSSA Particularly Sensitive Sea Area) zu einigen. Lotsenpflicht, Satelliten gestützte Verkehrsmelde- und -Lenksysteme wie in der Luftfahrt üblich sowie Pflichtrouten und Fahrverbote für gefährliche Öl- und Chemikalientanker müssen hier eingeführt werden.
Stephan Lutter | Quelle: WWF
Weitere Informationen: www.wwf.de
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