Projekt unterstreicht Notwendigkeit eines intakten Ökosystems
Ein interaktiver Atlas der Biodiversität unseres Planeten ist von der UNO-Umweltorganisation UNEP erstellt worden. Anhand dieses Werkes soll dargestellt werden, welche Regionen der Erde besonders artenreich sind. Das interaktive Kartenmaterial ist vom UNEP-World Monitoring Centre (UNEP-WCMC) in Cambridge erstellt worden.
Der interaktive Atlas bietet auch einen Einblick in die Geschichte unserer Umwelt und zeigt, dass der Mensch seit 1850 rund die Hälfte der Erdoberfläche verändert hat. Bei gleichbleibender Geschwindigkeit der Zerstörung wird alle zwei Jahre ein wichtiges natürliches Arzneimittel verlorengehen, das die Menschen vor schweren Erkrankungen schützen kann oder möglicherweise schwere Erkrankungen heilen kann, berichtet die Unep. Nach Schätzungen der Weltorganisation sind von den geschätzten 250.000 tropischen Pflanzen nur etwa ein Prozent auf deren pharmazeutische Wirkung ausgetestet worden.
Ein nicht zu unterschätzender Faktor sei, so ein UNEP-Sprecher, auch die Tatsache, dass 80 Prozent der Menschen, die in Entwicklungsstaaten leben, auf natürliche Heilmittel aus der Natur angewiesen sind. Alleine in den USA, schätzt die Umweltorganisation, stammen 56 Prozent der 150 am meisten verschriebenen Medikamente, mit denen rund 80 Mrd. Dollar erwirtschaftet werden, aus der Natur. Der Atlas beschreibt auch jene Zonen der Erde, die am meisten durch Zerstörung bedroht sind. Dazu gehören etwa die Regenwälder im Kongo-Becken, der tropische Regenwald Südostasiens und Teile von Amazonien. Unep-Generaldirektor Klaus Töpfer will die erfassten Daten auch beim World Earth Summit, der ab 25. August in Johannesburg beginnt, vorbringen.




