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Silberpartikel gegen Körpergerüche gefährden Umwelt

08.04.2008
Bereits 600 Produkte vertrauen auf Nanomaterialien

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Silber-Nanopartikel, die heute vielfach zur Bekämpfung von unangenehmen Gerüchen in Sportbekleidung eingearbeitet werden, stellen eine ernstzunehmende Gefahr für die Umwelt dar. Wie Wissenschaftler der Arizona State University mit einer aktuellen Untersuchung bestätigen, können die hierbei verwendeten Partikel während des Waschvorgangs sehr leicht in das Abwasser entweichen.


Sind sie erst einmal freigesetzt, bedrohen sie vor allem das sensible bakterielle Gleichgewicht in Wasseraufbereitungs- und Kläranlagen. Auch für im Wasser lebende Organismen in Seen und Flüssen würden die auf diese Weise entwichenen Silberpartikel eine potenzielle Bedrohung darstellen, warnen die Forscher.

"Silberpartikel werden nur aus einem einzigen Grund eingesetzt. Sie zerstören jene Bakterien, die für die Entstehung von unangenehmen Körpergerüchen verantwortlich sind", erklärt Troy Benn, Forscher im Bereich Umwelttechnik an der Arizona State University. "Wenn diese Nanopartikel aber erst einmal in die Umwelt freigelassen werden, gibt es keine Möglichkeit mehr zu kontrollieren, welche Organismen dadurch beeinflusst werden", stellt Benn fest. Laut Angaben des Forschers befinden sich derzeit bereits rund 600 verschiedene Produkte am Markt, die eingearbeitete Nanomaterialien beinhalten. Davon sind etwa 20 Prozent mit Silberpartikeln ausgestattet. "Darüber, wo diese Partikeln schlussendlich landen, ist derzeit aber noch sehr wenig bekannt", betont Benn.

"Der Vorteil solcher Silberpartikel liegt einerseits darin, dass sie eine antibakterielle Wirkung haben. Andererseits kann sich das eingearbeitete Silber aber auch lösen und zur ökologischen Gefahr werden", fasst Stefan Scholz, Leiter des Departmens für Zelltoxikologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), im Gespräch mit pressetext zusammen. Der Einsatz von Nanopartikeln in Textilien sei allerdings ein noch recht neues Anwendungsgebiet, weshalb die Forschung zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Erkenntnisse in diesem Bereich vorzuweisen habe. "Über die tatsächlichen Auswirkungen können wir im Moment noch nicht viel sagen", erläutert Scholz. Im Wesentlichen hänge das Gefahrenpotenzial solcher neuen Technologien vom Ausmaß ihres Einsatzes in der Praxis ab. "Ich glaube nicht, dass diese Silberpartikel in so großen Mengen auftreten, dass sie wirklich eine Gefahr darstellen", meint Scholz.

Auch die Forscher der Arizona State University weisen darauf hin, dass der gegenwärtige Gehalt an ausgetretenen Silberpartikeln sich derzeit noch unter der von der US-Behörde Environmental Protection Agency festgesetzten Gefahrengrenze befindet. Andere Kollegen, wie Mark Wiesner von der Duke University in North Carolina, sehen die Situation aber durchaus als dramatisch an. "Wir wissen bereits seit dem Mittelalter, dass Silber toxisch wirkt und dass eine deutliche Erhöhung des Silbergehalts in der Umwelt problematisch ist", erklärt Wiesner. Es sei deshalb angebracht, sich schon jetzt mit dem Problem auseinanderzusetzen.

Markus Steiner | Quelle: pressetext.deutschland
Weitere Informationen: www.asu.edu
www.ufz.de
www.duke.edu

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