Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutliche Ost-West-Unterschiede im Ausmaß der Kinderlosigkeit

06.09.2005


Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren im März 2004 im früheren Bundesgebiet 30% der 37- bis 40-jährigen (Geburtsjahrgänge 1964 bis 1967) deutschen Frauen kinderlos, das heißt, es lebten keine minderjährigen Kinder im Haushalt. Deutlich geringer war die Kinderlosigkeit der gleichaltrigen deutschen Frauen in den neuen Ländern und Berlin-Ost (22%) und der ausländischen Frauen in Deutschland (21%).

... mehr zu:
»Kinderlosigkeit »Statistisch

Zu den Kinderlosen zählen in der hier vorgenommenen Abgrenzung - neben den tatsächlich Kinderlosen - auch Frauen, deren minderjährige Kinder nicht (mehr) im Haushalt leben und solche, deren im Haushalt lebende Kinder bereits alle volljährig sind.

Auf einem erheblich höheren Niveau lag die Kinderlosigkeit der 37- bis 40-jährigen Frauen mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss. Im März 2004 waren in dieser Altersgruppe 43% der deutschen Akademikerinnen in Westdeutschland und 24% der deutschen Akademikerinnen in Ostdeutschland kinderlos. Das zeigen die Ergebnisse des Mikrozensus, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Europa.


Im früheren Bundesgebiet ist die Elternschaft nach wie vor eng mit der Ehe verknüpft: Im März 2004 betreuten 85% der 37- bis 40- jährigen Ehefrauen (verheiratet zusammen Lebende) mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt. Dagegen wuchsen lediglich bei 32% der Frauen, die in einer Lebensgemeinschaft lebten und bei 18% der ledigen und ohne Lebenspartner im Haushalt lebenden Frauen minderjährige Kinder auf. Diese Unterschiede waren bei Frauen mit Universitäts- oder Fachhochschulabschluss noch stärker ausgeprägt (Ehefrauen: 81%, Lebenspartnerinnen: 22%, ledige Frauen ohne Lebenspartner: 13%). In den neuen Ländern und Berlin-Ost hat die Lebensform dagegen einen wesentlich geringeren Einfluss auf die Elternschaft von Frauen: Von den 37- bis 40-jährigen Ehefrauen zogen 88% mindestens ein minderjähriges Kind groß, bei den in einer Lebensgemeinschaft lebenden Frauen waren es 60%, bei den ledigen, nicht mit einem Partner zusammenlebenden Frauen waren es 51%.

Diese und viele weitere Ergebnisse enthält der soeben in der August- Ausgabe 2005 der Zeitschrift "Wirtschaft und Statistik" veröffentlichte Aufsatz zur Kinderlosigkeit von Frauen. Der in Kooperation zwischen dem Statistischen Bundesamt und dem Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA) erstellte Aufsatz untersucht anhand der Daten des Mikrozensus 1987, 1991, 1995, 1999 und 2003, wie sich die Kinderlosigkeit von Frauen der Geburtsjahrgänge 1943 bis 1978 in Abhängigkeit vom Alter, dem Bildungsniveau (schulisch-berufliche Ausbildung), der Hauptfachrichtung des Studienabschlusses, der Erwerbsbeteiligung, dem überwiegenden Lebensunterhalt und der Lebensform im Zeitverlauf entwickelt hat und wie sie sich unterscheidet. Neben der Betrachtung regionaler Gemeinsamkeiten und Unterschiede in West- und Ostdeutschland wird auch eine Differenzierung nach deutscher und ausländischer Bevölkerung vorgenommen. Gleichfalls wird die Definition von Kinderlosigkeit auf Basis von Mikrozensusdaten und anderen Datenquellen erläutert.

Der Aufsatz (www.destatis.de/download/d/wista/kinderlosigkeit.pdf) und ein ergänzender ausführlicher Tabellenanhang www.destatis.de/download/d/veroe/kinderlosigkeit_t.pdf) sind im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes kostenlos abrufbar.

Methodische Kurzbeschreibung: www.destatis.de/presse/deutsch/abisz/mikrozensus.htm

Weitere Auskünfte geben:

Statistisches Bundesamt,
Dr. Klaus-Jürgen Duschek
Telefon: (+49-1888) 644-8720,
E-Mail: klaus.duschek@destatis.de

Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen
Dr. Heike Wirth
Telefon: (+49-621) 1246-269,
E-Mail: wirth@zuma-mannheim.de

Dr. Klaus-Jürgen Duschek | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Berichte zu: Kinderlosigkeit Statistisch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik