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Bevölkerungszahl vermutlich um 1,3 Millionen zu hoch

22.07.2008
Die Bevölkerungszahl für Deutschland (82,2 Millionen am 31.12.2007) ist vermutlich - wie seit längerem bekannt - etwas höher als die tatsächliche Bevölkerungszahl.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) rechnet damit, dass die Bevölkerungszahl um etwa 1,3 Millionen Personen überzeichnet ist. Medienberichte der vergangenen Wochen, die von einer Überzeichnung von vier Millionen Personen ausgingen, können somit nicht bestätigt werden.

Genaue amtliche Bevölkerungszahlen werden wieder nach dem Zensus 2011 vorliegen, die EU-weite Erhebung, die ermittelt, wie viele Menschen in einem Land leben, wie sie wohnen und arbeiten.

Der Zensus im Jahr 2011 wird dabei in Deutschland mit einem neuen Verfahren durchgeführt werden, das auf eine traditionelle Befragung aller Einwohnerinnen und Einwohner verzichtet. Die neue Methode des auf Register basierten und mit Stichproben gestützten Zensus 2011 haben die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder in einem von 2001 bis 2003 durchgeführten Zensustest ausführlich erprobt. So gab es einen Vergleich von den in den Melderegistern gespeicherten Daten mit den Angaben aus einer Stichprobenbefragung von Haushalten.

Hochgerechnet wurden dabei etwa 4,8 Millionen Abweichungen gefunden.
Diese setzten sich aus rund 3,2 Millionen potenziellen Übererfassungen der Melderegister und circa 1,6 Millionen potenziellen Untererfassungen zusammen.
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Die in den Melderegistern zu viel erfassten Personen (Übererfassungen) und die zu wenig erfassten Personen (Untererfassungen) wiegen sich zumindest zum Teil im Saldo auf, hinzu kommen noch weitere kleinere Abweichungen.

Weitere Analysen ergaben im Rahmen des Zensustests, dass insgesamt die aktuelle die tatsächliche Bevölkerungszahl vermutlich um etwa 1,3 Millionen Personen überzeichnet. Das Ausmaß der Unter- und Übererfassungen variierte dabei zwischen den einzelnen Melderegistern stark und war in großen deutlich höher als in kleinen Gemeinden.

Die in den Melderegistern enthaltenen Fehler werden nicht in die Ergebnisse des Zensus 2011 einfließen. Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder haben Verfahren entwickelt, um die Ungenauigkeiten der Register festzustellen und in der Statistik zu korrigieren. Hierzu werden unter anderem Informationen aus einer Stichprobenbefragung von Haushalten genutzt.

Derzeit basieren die amtlichen Einwohnerzahlen für alle Gebietskörperschaften in Deutschland auf den Ergebnissen der Volkszählung 1987 im früheren Bundesgebiet und der letzten Volkszählung in der DDR 1981, die regelmäßig mit den Angaben zu Geburten und Sterbefällen sowie Zu- und Fortzügen fortgeschrieben werden.

Wegen der tief greifenden demografischen Veränderungen in Deutschland seit den letzten Volkszählungen und wegen des sehr großen zeitlichen Abstandes zu dieser Basis werden die Ergebnisse dieser Bevölkerungsfortschreibung immer ungenauer. Deshalb ist von Zeit zu Zeit eine neue Erhebung notwendig, wie sie mit dem Zensus 2011 stattfinden wird.

Bernd Michel | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de
http://www.zensus2011.de

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